Montag, 15. Juni 2015

Rinder Minutensteaks mal ganz langsam

Mit Minutensteaks vom Rind, kämpfe ich schon ein paar Jahre rum, weil ich mich echt schwer damit tue, die zart zu bekommen. Meinen Durchbruch mit Minutensteaks hatte ich, als ich sie paniert zubereitet habe. Dann sind sie konkurrenzlos lecker. Das Ziel war dieses Mal, ein ähnlich gutes Resultat durch eine andere Zubereitungsart zu bekommen. Wenn es nicht schnell geht, dann eben langsam, durch Schmoren.


Zutaten für 4 Personen:

1 Kilo Minutensteaks vom Rind
5 Zwiebeln
Weißwein
Salz
Pfeffer
Zucker
Brühe selbst gemacht
Kräuter
1 Kilo Kartoffeln für Limettenkartoffeln
Limette
Olivenöl
Petersilie

Vorteil, ist Rindfleisch. Nachteil, es ist ein total beschissenes Stück Fleisch, das zäh wie ne Schuhsohle wird, wenn man es nicht überlistet. Dafür kostet es aber nicht die Welt und man kann sich auch mal ein Stück Rind leisten, wenn es sonst nur zu Schwein reichen würde. Ich kaufe das auch immer nur, wenn es das bei Lidl mit 30 % Reduzierung wegen verkürzter Haltbarkeit zu kaufen gibt. Ansonsten traue ich dem Zeug so wenig über den Weg, dass ich keinen Cent verschwenden möchte, falls es doch zäh wird.


Wegen der verkürzten Haltbarkeit und weil ich mir zwei Pakete geholt hatte, habe ich dieses Paket in Gewürze, Öl und Wein eingelegt, damit es den nächsten Tag noch erlebt.


Salz aus der Mühle


Ein guter Spanier aus dem 13,5 % Land von Metro. Dann kann man nicht viel falsch machen, Preis um die sechs Euro. Davon nehmen wir einen ordentlichen Schluck zum Einlegen.


Pfeffer aus der Mühle


Frische Kräuter der Provence, die habe ich noch vom Boeuf Bourguignon übrig und sie bestehen aus Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano, Lorbeer und Bohnenkraut. Ich habe übrigens auch schon welche gesehen, bei denen noch Lavendelblüten dabei waren.



Danach kommt das Fleisch für 24 Stunden in den Kühlschrank


Am nächsten Tag sieht es dann so aus. Einlegen hat zwei Funktionen, erstens das Fleisch wird zart und zweitens schmeckt das Fleisch gut.


Olivenöl in der Pfanne erhitzen


Mit dem Pfannenwender prüfen, ob das Fett heiß ist. Wenn Blasen am Holz aufsteigen, dann ist es heiß.


Die Zwiebeln häuten und in Ringe schneiden.


Hier fehlt mir irgendwie ein Bild in der Reihe. Zuerst das Fleisch von beiden Seiten anbraten und dann nach zwei Minuten die Zwiebeln in die Pfanne geben. Mit Petersilie bestreuen.




Nach 5 Minuten einen ordentlichen Schlag Senf in die Pfanne geben. Damit nicht rumsparen, denn der bringt Geschmack und hilft auch später die Soße abzubinden.


Hier sieht man sehr gut, wie die Zwiebeln und der Senf die Flüssigkeit aufgenommen haben. 


Deswegen brauchen wir jetzt noch Flüssigkeit zum Schmoren und da schlägt dann wieder die große Stunde meiner selbst gemachten Brühe.


Das ist jetzt in dem Moment die totale Katastrophe, voll zerrig und so. Deswegen retten wir das Fleisch durch schmoren.


Die Pfanne auf die kleinste Flamme des Herdes umziehen und auf kleinste Stufe stellen.


Jetzt kommt wieder die Abteilung alles kann, nix muss. Unter 90 Minuten lohnt es sich nicht, das Fleisch schmoren zu lassen und danach ist es eigentlich egal. Es kann auch zwei Stunden auf dem Herd stehen bleiben, aber die 90 Minuten braucht Ihr, bis die Fleischfaser so zart ist, wie bei einem Gulasch.


Als Beilage habe ich Limettenkartoffeln gemacht. Auf das Rezept kommt Ihr durch anklicken und Ihr müsst mit ungefähr 30 bis 35 Minuten auf dem Herd rechnen. Wenn Ihr mit 90 Minuten Schmorzeit beim Fleisch rechnet, dann fangt Ihr nach einer Stunde mit den Kartoffeln an.


So sieht das Fleisch nach 90 Minuten aus, gut geschmort und gut eingekocht. Duftet toll nach Wein, Kräutern und Zwiebeln.


Minutensteaks, was für ein Name nach 90 Minuten, auf den Teller legen und Zwiebeln samt Soße darüber geben.


Limettenkartoffeln als Beilage auf dem Teller anrichten.


Ich mag sowas sehr, denn es ist rustikal, aber durch die Zubereitung trotzdem fein und schmeckt sehr rund. Das Fleisch ist auch super zart. Mehr will ich ja gar nicht!


Das passt gut zum Wochenende mit Familie und Freunden, oder auch in der Woche abends. Da geht man dann anders vor und kocht das am Abend vorher schon vor und wärmt es am nächsten Abend nur wieder so lange auf, bis die Fleischfaser wieder weich ist. Das macht sich fast nebenbei, wenn es erst einmal in der Pfanne liegt.


Wenn ich das Beschreiben sollte, würde ich sagen Thüringer Rostbrätl trifft Wiener Rostbraten. Von beidem etwas. Frau Glatzkoch sagt, ich darf das mal wieder kochen. Wir haben das am ersten Abend spät zusammen gegessen und als ich am nächsten Abend nach Hause kam, war die Pfanne schon leer. Die Kinder mochten es also auch. 


Alle Fliegen mit einer Klappe schlagen, nur mit Zeit und Liebe. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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