Donnerstag, 25. Juni 2015

Mairübenpesto - Essen was andere wegwerfen!

Mairüben sind meine Entdeckung der Saison. Die Mairüben selbst schmecken toll, aber bisher habe ich immer nicht gewusst, was ich mit dem Grün anfangen soll. Zum Wegwerfen war es mir eigentlich zu schade. Deswegen habe ich es einfach mal probiert, wie es pur schmeckt und den Geschmack für so gut befunden, um daraus ein Pesto zu machen. Das Grün schmeckt ungefähr so, wie die Mairüben, nur noch ein bisschen milder. Das taugt auf alle Fälle für ein leckeres Pesto, das man zum Beispiel zu Nudeln verwenden kann.



Zutaten für 4 Personen:

Grün von der Mairübe
Handvoll Haselnüsse
1 Limette
Rapsöl
Salz
Pfeffer
Zucker
Hartkäse, für VegetarierInnen Montello
500 bis 600 Gramm Bandnudeln, oder Nudeln nach Geschmack


Die Mairüben habe ich für einen Mairüben Carpaccio benutzt.


Das Grün mit einem Messer abtrennen.


Ein Litermaß nehme ich, als Gefäß, um das Grün zu einem Pesto zu verarbeiten.


Das Grün grob zerkleinern. Ich habe es komplett inklusive Stielen genommen. Die kann man auch weg lassen, muss man aber nicht.


Grün in das Litermaß stopfen.


Haselnüsse nach Geschmack dazu geben. Viel kann viel.


Den Saft einer Limette darüber auspressen.


Da kann auch gerne ein bisschen Fruchtfleisch der Limette ins Pesto kommen.


Pesto ist normal mit Olivenöl, aber das wäre mir zu den Mairüben zu dominant, deswegen habe ich ein Rapsöl genommen und das auch ne Nummer besser, als ich das im Normalfall aus der Plastikflasche für 99 Cent nehme. Ich habe im Rahmen meiner Vorräte alles getan, um dem Ausgangsprodukt beim Entfalten zu helfen. 


Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen.


Wer lustig ist, kann auch noch Knoblauch, oder Parmesan dazu geben, aber ich wollte einfach nur den puren Mairübengrün Geschmack ausprobieren, ob der was kann. Je mehr man dazu gibt, desto mehr verkleidet man das Produkt und dann ist es irgendwann egal, ob ich Basilikum, oder Feldsalat oder Rucola für das Pesto nehme, weil alles gleich schmeckt. 


Die ganzen Zutaten, kräftig mit dem Pürierstab zerkleinern.


Ich erspare Euch den Anblick im Litermaß und habe aus einem Jahr bloggen gelernt, dass sowas in einer Schüssel besser aussieht, auch wenn man die eigentlich nicht braucht, um das Pesto auf den Nudeln zu verteilen. Ich hoffe, Ihr nehmt die Mühe zur Kenntnis.


Weil es schnell gehen sollte, gibt es heute mal die guten Bandnudeln von Riesa für € 1,89 pro 500 Gramm. Das ist nicht direkt Prasserei, weil wir für das Pesto ja schon die Abschnitte der Mairüben verwenden, die 99,9 % aller anderen Menschen entsorgen würden, wenn sie nicht noch Nager, oder andere Haustiere damit versorgen.


Der Rest ist schnell erzählt. Nudeln abgießen.


Auf dem Teller drapieren.


Einen ordentlichen Schlag Mairübenpesto darüber geben.


Ein wenig Hartkäse hobeln oder reiben. Vegetarier können Montello aus mikrobiellem Lab nehmen, damit sich im Hartkäse kein Kälbermagen versteckt.


Noch ein bisschen Basilikum als Deko und für den guten Geschmack verwenden.


Frau Glatzkoch kann dann schon mal mit dem Essen anfangen.


Wie gemalt oder?


Ich nehme noch ein wenig Kürbiskernöl dazu, aber egal wie Ihr das macht, alle haben Recht. 



Das ist extrem lecker und so ein Pesto hatte ich noch nie. Leichte Schärfe des Rübengrüns, die Säure der Limette, das knackige der Haselnüsse und dann eben noch das, was man mit Salz, Pfeffer und Zucker anstellt. Ganz großes Kino!


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. bääääh lab??? ich dachte, dass nehmen die heut gar nicht mehr...
    geiles pesto, probier ich aus!
    lg von der ostsee
    marion

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  2. frau s, darüber darf man sich sowieso keine gedanken machen, aber mal ehrlich, wenn so ein tier stirbt, dann bitte nicht nur dafür, dass einer das filet bekommt. dann soll auch alles verwertet werden. das ist total traditionelle käseherstellung mit kälberlab. die industrie freut sich wegen der vegetanten ein zweites loch in den arsch, weil sie jetzt immer ihr plastiklab verbauen dürfen, weil weil keiner mehr ein kalb im käse haben will.

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    1. haha, gut gesprochen *hier daumen hoch hindenken*

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  3. ich bin ein totaler käsefan. wahrscheinlich würde mich das eh nicht abhalten. in meiner welt war käse bloß irgendwie kälbermagenfrei... da ich keine vegetarierin bin und auch so eklig-geile sachen wie leber esse, finde ich deine sicht natürlich richtig...ich muss mich nur kurz eben an den gedanken gewöhnen ;))

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  4. Lab wird heute meist synthetisch, also ohne Kälber hergestellt. Das ist alleine schon eine Kostenfrage, da gar nicht genug auf "herkömmliche" Weise gewonnen werden kann. In Discounterware und anderem Billigkäse ist sicherlich kein teures Lab drin, sonst könnten die die Preise gar nicht halten. Käser, die etwas auf sich halten, verwenden weiter Lab, dann dürfte der Käse aber auch mehr kosten. Ob synthetischer Kram aus Frankensteins Labor da besser ist, weiß ich nicht. Dann lieber nicht vegetarisch und Qualität.

    Ich liebe Mairüben im Eintopf. Die Idee mit dm Pesto finde ich toll. Ich habe irgendwo noch ein Rezept für Radieschensuppe, wo die Blätter auch reinkommen. Für meine Kohlrabisuppe neulich habe ich auch ein paar blanchierte Blattstreifen als Deko verwendet.

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    1. die vegetanten feiern das voll ab, dass überall nur noch mikrobielles lab drin ist und glauben, das wäre um die tiere zu schützen. ich behaupte auch immer, das wäre aus kostengründen so und die hersteller freuen sich ein zweites loch in den arsch, dass man sie für tierschützer und nicht für optimierer hält ;-)

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    2. wer tiere WIRKLICH schützen will (also kompletto und so), der isst auch keinen käse. also auf jeden fall mal keinen aus der massenkacke.

      und nein, bitte bitte keine veganten-disput jetzt, ich hab das thema nur rein logisch mal fortgesetzt.

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    3. gutes stichwort, ich wollte noch plastikkäse nachbasteln, bis meine familie wieder da ist dafür brauche ich keine zeugen. morgen und samstag habe ich noch sturmfreie bude

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  5. Find ich übrigens super, dass du dich dem 'Kraut'-Thema mal widmest!

    Das kann man ja, bis auf Kartoffeln *gg*, beliebig fortführen.... zB rote Beete Blätter (deren Knollen ich tendeziell eher so gar nicht mag....) sind super zart, noch feiner als Mangold. Oder auch Kohlrabiblatt. Oder, ganz, ganz cool: Radi-Blätter.

    Wenn jmd mal explizit auf die Nährstoffe guckt und achten will wird da auch staunen.

    Sorry, falls ich dir jetzt was vom Pferd erzählt hab und du das schon lange weißt.

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    1. ich widme mich allem, was mir offensichtlich erscheint. an dingen die ich nicht weiß, oder kenne, renne ich doof vorbei. aber ich lerne noch jeden tag etwas neues dazu

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