Sonntag, 21. Juni 2015

Mairüben Carpaccio

Die perfekte Vorspeise für die warme Jahreszeit, in größeren Mengen auch als Hauptgericht geeignet. Carpaccio aus Mairüben. Die hatte ich eigentlich überhaupt nicht auf dem Plan, weil ich bis vor kurzem weder Radieschen, oder irgendwelche Rüben mochte. Das habe ich mir im Rahmen meines Kochblogs selbst erkocht und erschmeckt, nachdem ich darum jahrzehntelang einen großen Bogen gemacht habe. Das sage ich auch immer zu meinen Kindern, probiert es einfach öfter, die Geschmacksnerven brauchen mehrere Anläufe, bis sie sich an einen neuen Geschmack gewöhnt haben.


Zutaten:

1 Bund Mairüben
1 rote Zwiebel
1 Packung Feldsalat
Schittlauch
1 Limette
Rapsöl
Salz
Pfeffer
Zucker

Mengenangaben sind schwierig, weil ich nicht weiß, wie groß Eure Teller sind, aber lest erstmal mit. Ich habe mir jetzt 31 cm große Teller geholt, um Euch mein Essen besser zeigen zu können. Da sehen Teller dann auch nicht so schnell so voll geraffelt aus. Mengenangaben sind auch eher sekundär, weil es hier eher um die Idee geht, wie man aus solchen einfachen Zutaten, ein leckeres Gericht zaubern kann. 


Feldsalat waschen und trocken schleudern. Den nehmen wir als Unterlage für die Mairüben. 


Hier sind die Mairüben. Geschmacklich liegen die irgendwo zwischen Radieschen und Radi, auch unter dem Namen Rettich bekannt. Die haben eine leichte Schärfe im Abgang und mit der passenden Würzung, kann man damit tolle Sachen zaubern.


Ich habe mich für Euch auch mal wieder in Kosten gestürzt und mir einen neuen Gemüsehobel gekauft (€ 4,99). Der ist sehr praktisch, weil man das Gemüse von oben mit dem grünen Halter festhalten kann.


Mairüben mit den gefühlsechten Noppen anpieksen und dann über der double Action Reibe in feine Scheiben hobeln.


Mairübenscheiben vom Feinsten.


Die dünnen Scheiben auf dem Feldsalat verteilen. Höre ich schon wieder jemanden rumningeln, dass man nicht alles Carpaccio nennen soll, nur weil es dünn geschnitten ist und dass eigentlich nur Rindercarpaccio, richtiges Carpaccio ist? Ja, da habt Ihr sicherlich nicht Unrecht, aber dann könnt Ihr mir im Gegenzug einen griffigen Namen liefern, damit jemand, der den Text nicht gelesen hat schon von der Überschrift versteht, worum es in dem Rezept geht. Gerne auch weniger rumpelig, als "Fein gehobelte Scheiben von der Mairübe, an Feldsalat, in Symbiose mit roten Zwiebeln, mariniert mit Limette und Rapsöl und Alltagswürzung á la Vati."


Immer noch Mairüben auf Feldsalat, immer noch extrem lecker.


Eine rote Zwiebel häuten und in Ringe schneiden. Ich habe in diesem Fall rote Zwiebeln genommen, um farblich einen Kontrast zwischen dem weißen Teller und den weißen Mairüben zu schaffen. Wer nur weiße Zwiebeln hat, erlebt halt weniger Optik, muss aber nicht zur Strafe barfuß ins Bett.


Die roten Zwiebelringe auf den Mairüben dekorieren.



Mich wundert selbst, dass sich mein frischer Schnittlauch schon vier Wochen auf der Fensterbank hält, aber das ist natürlich toll, wenn man damit noch farblich und geschmacklich ein paar Akzente setzen kann. 


Schnittlauch klein hacken


Schnittlauch auf dem Mairüben Carpaccio verteilen.


Jetzt steht die Optik und wir machen uns ans Abschmecken.


Mit einer halben Limette nach Geschmack, Limettensaft über den Mairüben verteilen. Viel kann viel.


Mit Salz, Pfeffer aus der Mühle und Zucker würzen.


Mit Rapsöl übergießen.


Schon fertig!


Das ist eine echte Krachervorspeise, gerne auch mit einem frischen Brot zusammen. Super frisch und extrem knackig. Wer sowieso Gemüse mag, flippt vor Freude aus und wer sich mit Gemüse von Haus aus eher nicht so leicht tut, kann hier mal etwas neues lernen. 


So frisch vor dem Servieren mariniert und ordentlich gewürzt, ist das ein echte Offenbarung und damit kann man sich sein Gemüse Weltbild mal gescheit aus den Angeln heben. Frau Glatzkoch war jedenfalls total begeistert. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachschnippeln und einen guten Appetit.

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