Freitag, 29. Mai 2015

Spargel mit Pancetta in 30 Minuten

Liebe Spargelhasser, Ihr habt die Halbzeit schon hinter Euch und ich kann Euch versprechen, dass es auch ein Leben nach dem Spargel gibt. Nach dem Johannistag, poste ich zehn Monate lang garantiert nichts mehr mit Spargel. Jetzt ist es im Moment aber kaum zu vermeiden und da ich meinen Blog auch als eine Art Nachschlagewerk betrachte, in dem man einfach mal so rumblättern kann, was man aus dem ganzen Kram im Kühlschrank machen kann, wenn das eine mal nicht da ist, leuchte ich auch die dunklen Ecken aus. 


Zutaten:

500 GrammSpargel
100 Pancetta
1 Limette
Salz
Pfeffer
Olivenöl
Rucola
Eisbergsalat
Lauchzwiebeln

Der schwierigste Teil ist das Schälen der Spargelstangen und das Abschneiden der holzigen Enden. Da das ansich aber auch nicht wirklich schwer ist, kann man das als Paradebeispiel dafür nehmen, warum der Blog im Untertitel so heißt, wie er heißt. Das kann jeder, also auch Doofe, wie ich.


Pancetta ist gaaaanz dünn geschnittener Schweinebauch, der auch noch aufgerollt wurde. Im ersten Moment könnte man denken, wieso macht der Vogel schon wieder was mit Bacon, das hatten wir doch gerade, ABER Pancetta ist italienisch und die Würzung ist anders. Deswegen schmeckt der Spargel am Ende auch nicht so, als wenn man ihn in Bacon einrollt. Ich weise deswegen explizit darauf hin, weil ich das gleiche Thema gerade wegen Bresaola und Bündner Fleisch hatte. Ich habe mal so keck in den Raum gestellt, dass das alles das gleiche ist.. ui ui ui, da hatte ich dann aber gleich eine aufgebrachte Eidgenössin am Start, die mir vollkommen zu recht die Unterschiede erklärt hat, die bei der Würzung anfangen und bei der Form aufhören. Nur so unter uns, für mich schmeckt der eine trotzdem wie der andere und ich nehme beides gerne. mea culpa.


Den Pancetta lassen sich die Herrschaften ordentlich bezahlen. 100 Gramm, wenn sie billig sind, für vier Euro. Ich bin mit so einer Packung aber hingekommen und ich habe sowieso Glück, weil ich fünf Kilo Spargel für fünf Euro bekommen habe und das bisschen Salat kostet auch nicht die Welt. Kann man auf jeden Fall machen und es schmeckt auch wirklich sehr wertig, wenn man es gegen einfachen Schinken vergleicht.


Die geschälten Spargelstangen mit Pancetta umwickeln. Den Ofen auf Stufe 5-6 vorheizen. Bei Euch im modernen Ofen werden das 200 Grad sein.


Den Saft einer halben Limette über dem Spargel verteilen.


Salz, Peffer und Zucker zum Würzen, sowie Olivenöl als Geschmacksträger darüber kippen.


Der in Pancetta eingewickelte Spargel, kommt für 20 Minuten in den Ofen, dann ist er nicht schlapp, aber auch nicht mehr knüppelhart.


In der Zwischenzeit den Rucola waschen und trocknen


Eisbergsalat in mundgerechte Stücke schneiden.


Ich habe das Salatbett für verschiedene Spargelvariationen benutzt, die ich gleichzeitig hergestellt habe, deswegen habe ich den Salat auf einem Serviertablett ausgelegt.


Darüber kommt dann noch geschnittene Lauchzwiebel.



Olivenöl über den Salat geben.


Die andere Hälfte der Limette über dem Salat auspressen.


Salz, Pfeffer und Zucker zum Würzen verwenden. Ich finde das nicht langweilig, sondern für mich ist das die Gewürzbasis für alles und wenn man es gut macht, dann holt man sich damit auch die Eigenschgeschmäcker der verwendeten Zutaten raus.


Salat auf einem Teller anrichten

Nach 20 Minuten kommt der Spargel so aus dem Ofen.


Der Spargel mit Pancetta wird nun noch schnell auf dem Salat ausgelegt und dann geht es schon an den Tisch.


Das ist eine von vielen leckeren Spargelversionen, die ich in den letzten Wochen gemacht habe, aber der Pancetta ist durch die dünn geschnitten Struktur schon besonders gut. Der zerrt nicht im Mund, hat eine dezente Würze und kommt auf Salat mit einem knallig säuerlichen Dressing richtig gut.


Ich habe nacheinander erst Spargel mit Pancetta und danach Spargel mit Bresaola gegessen. Rind hat bei mir im Zweifel immer die Nase vorn. Meine Frau sagt aber, dass sie diese Version noch besser findet. Deswegen lasse ich auch nichts aus, und zeige Euch so viel wie nur irgendwie geht.


Der Aufwand ist überschaubar und gesund ist das in der Kombination auch, also kann man das auch jeden Tag in der Woche machen, bevor man sich irgendwas nährstoffbefreites aus der Tüte antut.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. Geil!
    Hey Jörg, ich habe heute die Spargeltarte gemacht ( du hast das anders genannt) und es war sehr fein. Obwohl ich es gern mochte, war damit fast zu sauer mit der Limette. Dafür mache ich beim nächsten mal etwas Speck oder Schinken dazu (Vegetarier sind mir da Wurscht ). Aber danke für die tolle Inspiration mal wieder :)

    grüssli Melli

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  2. Super Blog! Ich lese und koche für mich anspechende Gerichte nach. So war das auch mit diesem, hatte leider keinen Pancetta, war mit Bacon auch sehr gut geworden. Hat meiner ganzen Familie gut geschmeckt. Danke schön für deine Ideen und der Grundidee gutes Familienessen in einer Std.
    Sonnige Grüße
    Tanzangi

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    1. hallo tanzangi, das freut mich sehr, wenn du für dich immer wieder eine anregung zum nachkochen findest. ich habe den spargel dieses jahr so ziemlich mit allem umwickelt, was bei drei nicht auf dem baum war, bacon war auch dabei, total egal, ob das hier jetzt "original" mit pancetta war. ich möchte einfach nur zeigen, dass es mehr zwischen himmel und erde gibt, als spargel aus dem kochtopf und es ist toll, wenn ihr das nutzt, was gerade da ist, um die eingetretenen pfade zu verlassen. schön dass du hier liest und ich freue mich immer über eine rückmeldung. schönen gruß und weiterhin viel spaß. jörg

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