Dienstag, 7. April 2015

Meine leckerste Spargelsuppe

Das ist ist mein Rezept für eine klassische Spargelsuppe. Sehr schlicht und darauf aufbauend, kann man immer wieder andere Geschmacksrichtungen einbauen, aber diese Version ist ein gutes Gerüst, das alles hat, was eine gute Spargelsuppe ausmacht.



Zutaten für 3 Liter Suppe:

1 Kilo Spargel
1 Topf Sahne 200 Milliliter
1 Limette
Salz
Pfeffer
Zucker
Schnittlauch
3 Kartoffeln 
1 Prise Muskatnuß
evtl. Speisestärke, habe ich aber nicht verwendet

 Bei mir ist es wie bei den meisten anderen Menschen, dass sie mit zunehmendem Alter, immer lieber Spargel mögen. Deswegen ist es sehr schade, dass man nur so ein schmales Zeitfenster hat, um frischen Spargel zu geniessen. Es passiert nicht jedes Jahr, dass ich in der kalten Jahreszeit auch mal Spargel aus Peru kaufe, denn dann habe ich immer gleich Gesinge mit meiner Frau, dass keine Spargelzeit ist und dass der nach nichts schmeckt und dass die Umweltbilanz davon nix kann und dass es Monokulturen fördert und Spargel in Länder bringt, die keine Spargeltradition haben und damit eigentlich auch nichts anzufangen wissen. Mein Mangel an Lust auf solche Gespräche, sorgen deswegen dafür, dass Spargel bei uns ein rein saisonales Gemüse ist, das es genau dann bei mir zu Essen gibt, wenn es um die Ecke wächst. Wie immer hat meine Frau natürlich recht, mit allem was sie sagt.



Ich habe mich echt gefreut, als ich den ersten deutschen Spargel gefunden habe. Bedingt durch die fortgeschrittene Uhrzeit, zu der ich einkaufe, hatte ich das große Glück, dass es das Kilo statt  € 16,99 für € 4,99 Euro gab. Sonst hätte ich den Spargel auch nicht gekauft. Ich habe auch zwei Mal auf das Preisschild geschaut, dass es wirklich pro Kilo war.



Die hinteren holzigen Enden werden abgeschnitten und die Schalen komplett, mit einem Spargelschäler, von den Spargelstangen geschält. Wir werfen die Abschnitte und Schalen, aber nicht einfach weg, sondern nutzen sie für den guten Geschmack, indem wir uns einen Spargelsud für die Spargelsuppe kochen.


Wasser in einen Topf geben.


Wasser salzen


Zucker ist auch ganz wichtig für den Geschmack, weil Spargel viele Bitterstoffe enthält.


Den Saft einer halben Limette in das Wasser pressen, damit der Spargelsud ein wenig Säure bekommt. Es schmeckt auch ganz toll, wenn man Weißwein an die Spargelsuppe macht, aber egal ob das verkocht oder nicht, mache ich das nicht in die Suppe, wenn ich Kinder und schwangere Frauen am Tisch sitzen habe. Wer weder das eine noch das andere am Tisch sitzen hat, sollte einen trockenen Weißwein nehmen.


Die Spargelabschnitte und Schalen in den Topf geben. Den Herd auf mittlere Hitze stellen, Deckel drauf und eine halbe Stunde lang, köcheln lassen. So bekommen wir den guten Geschmack aus den Stücken, die im Mund beim Essen keinen Spaß machen würden, weil sie sich holzig anfühlen.


Die Spargelabschnitte, kann man ohne Rücksicht auf Verluste auskochen, die braucht anschließend niemand mehr.


Während die Spargelabschnitte auskochen, kümmern wir uns um eine weitere wichtige Zutat, nämlich zwei bis drei Kartoffeln, je nach Größe. Die werden geschält und in relativ dünne Scheiben geschnitten.




Die Kartoffelscheiben werden später mit dem Spargel zusammen, in der Suppe gekocht und sorgen dafür, dass die Suppe, ohne extra Bindemittel von außen schön sämig wird.


Nach einer halben Stunde, ist der Geschmack aus den Abschnitten in den Spargelsud übergegangen und wir kippen den Sud durch ein Sieb in eine Schüssel, oder einen Topf.


Hier sind die Feststoffe, die wir nicht mehr weiter verwenden.

 

Im Spargelsud ist nun der konzentrierte Spargelgeschmack.

 

Der Spargelsud kommt in den Topf, in dem die eigentliche Spargelsuppe gekocht wird. Ich habe drei Liter Flüssigkeit genommen und das was mir fehlte, mit Wasser aufgefüllt. Natürlich muss man da auch noch ein wenig Salz und Pfeffer dazu geben, aber erst einmal beim Würzen Platz nach oben lassen, denn die Flüssigkeit kocht noch zusammen und der Salzgehalt konzentriert sich.


Ich nehme die Hälfte der vorhandenen Spargelstangen, schneide sie in dicke Stücke und die Spargelspitzen lege ich zur Seite, weil sie später in der Suppe gute aussehen und vor allem der zarteste Teil des Spargels sind.


Den Spargel, den ich schon geschält habe, aber gerade nicht in Verwendung habe, lege ich in ein Leinentuch, damit der nicht gleich wieder von außen holzig wird.


Einen Schuß Essig dazu geben, Säure schadet nicht.


Die Spargelstücke eine halbe Stunde kochen



Nach einer halben Stunde sind die Spargelstücke und die Kartoffelscheiben weich und werden mit dem Pürierstab gründlich zerkleinert.


Einen Topf Sahne in die Spargelsuppe geben.



Die Spargelsuppe noch einmal für zehn Minuten aufkochen und die andere Hälfte der Spargelstange, inkl. der Spargelspitzen mitkochen.


Wer das Gefühl hat, dass die Spargelsuppe noch nicht ausreichend angedickt ist, kann aufgelöste Speisestärke zum Andicken nehmen. Ich habe die Suppe einfach so genommen, wie sie war.


Eigentlich leiste ich mir nicht den Luxus, frischen Schnittlauch zu benutzen, weil ich kein Glück bei der Pflege habe. Zum ersten Spargel, habe ich mir aber mal einen Topf gekauft und es ist echt ein himmelweiter Unterschied zu getrocknetem Schnittlauch. Der hat richtig Dampf und Pfeffer. Wer hat und wer kann, bitte frisch nehmen.


Schnittlauch in kleine Stücke hacken, Prise Muskatnuß an die Suppe geben und dann kann die Spargelsuppe in Teller gefüllt werden


Sensationell, wenn man wirklich saisonal kauft, dann weiß man nun, dass der Frühling nicht mehr aufzuhalten ist. Der erste Spargel wird garantiert noch unter Folie gezüchtet, damit er auch bei 8 Grad irgendwie aus der Erde kommt, aber er ist aus Deutschland und nicht um die halbe Welt geflogen, bevor er hier auf dem Teller liegt.


Der Geschmack ist ganz toll spargelig und die Suppe so cremig wie ich das mag. Alles nur mit Zeit und Liebe gemacht.


Das ist eine tolle Vorsuppe für ein Mehrgang Menü, oder in größeren Mengen mit einem frischen Brot auch eine super Hauptspeise.


Mit Grausen denke ich beim Genuß dieser, mit einfachen Mitteln hergestellten Spargelsuppe, an den Schund den man irgendwo anders serviert bekommt, mit Fixtüten für Spargelsuppe, Spargel aus dem Glas und Soßenbinder verpappten Pampen. Es nicht besser zu wissen, ist die eine Sache, sowas wider besseren Wissen, vorsätzlich zu servieren, ist kulinarische Körperverletzung und Ressourcenverschwendung. Wenn ich nicht bereit bin, die Zeit zu investieren, die es dauert, dann schmiere ich mir ne Scheibe Brot und esse keine Spargelsuppe.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. Lecker. Bei uns gibt es noch keinen frischen Spargel aus dem Lande und deine Frau hat Recht: der aus Peru schmeckt nicht.

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    1. ich war auch erstaunt, bei dem lausewetter schon deutschen spargel zu finden. ich hatte halt glück, dass da noch ein karton mit dem rest stand, als ich am späten samstag nachmittag einkaufen war. bei dem preis konnte ich nicht nein sagen und zu ostern, macht man auch gerne mal etwas subjektiv besonderes

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    2. Der kommt von Feldern, die eine Heizung haben. Umwelttechnisch steht der mit dem peruanischen auf einer Stufe. Leider.

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  2. Es wäre sehr nett, wenn du die Mengen von Salz und Zucker ( Tl ) angeben würdest.

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    1. hallo anonym, da ich deinen geschmack beim würzen nicht kenne, gebe ich auch keine mengen in gramm bei, salz, pfeffer und zucker an. da hat jeder die chance es nach seinem persönlichen geschmack in jegliche bevorzugte richtung zu bringen. gruß jörg

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  3. Gab es bei uns am Freitag ��

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    1. hallo sylvia, spargel ist wirklich ein tolles gemüse und da stellt sich spontan die freude auf die wärmere jahreszeit ein.

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  4. Hallo Jürgen,
    wieder mal ein fantastisches Rezept von dir.
    Liebe Grüße Manuela

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