Dienstag, 21. April 2015

Chili - geselliges Essvergnügen zum Wohlfühlen

Habt Ihr auch ein Essen, das Ihr mit bestimmten Gästen verbindet, oder das Ihr schon fast gewohnheitsmäßig kocht, wenn Gäste kommen? Ich bin ein großer Freund von Abwechslung und trotzdem ertappte ich mich dieses Mal, dass ich irgendwie zum Chili neige, wenn Mandy und Philip am Sonntag mit der Görschaft einfallen und wir Erwachsenen dann zusammen essen.


Zutaten 

1,5 Kilo Rinderbraten von der Kugel
5 Zwiebeln
1 Knoblauchknolle
200 Milliliter Tomatenmark
6 Paprika
2 Peperoni, Schärfegrad nach Wunsch
2 Dosen Tomaten
2 Dosen Mais
2 Dosen Kidney Bohnen
1 Kanne Espresso
Honig
1 Topf Saure Sahne
Nachos
Burritos
Tomaten
Eisbergsalat oder Romana Salat
Käse zum Reiben

Immerhin koche ich das Chili dann nicht immer gleich, sondern versuche regelmäßig noch ein paar neue Aspekte im Gericht unterzubringen. Bei Chili hat sich landläufig die Verwendung von Hackfleisch eingebürgert, deswegen nehme ich gerne ein richtiges Stück Schmorfleisch, schneide es von Hand klein und lasse es mindestens zwei Stunden auf dem Herd bei niedrigster Temperatur zart werden. 


Das ist so ein Sensationsfang, den ich an einem Sonntag auf dem Vietnamesen Markt gemacht habe. Dort kaufen auch viele Gastronomen ein und deswegen ist das Fleisch dort auf jeden Fall eine Nummer besser als im Supermarkt.


Die Rinderkugel schneide ich in Scheiben


Die Scheiben werden dann in Streifen geschnitten


Aus den Streifen werden danach Würfel



Die Würfel werden in Olivenöl angebraten


Die Zwiebeln häuten und in Ringe schneiden.


Eine Tube Tomatenmark zum Fleisch geben, um Röstaromen zu erzeugen. Mit Salz und Pfeffer würzen.


Wenn sich das Tomatenmark gut verflüssigt hat, die Zwiebel, Peperoni und die in Streifen geschnittenen Paprika in den Topf geben und zusammen mit dem Fleisch weiter anbraten


Hier kann man die Paprika noch einmal sehen.


Wenn die frischen Zutaten ein wenig Farbe bekommen haben, kommen die Zutaten aus der Dose hinzu. Zwei Dosen Mais und zwei Dosen Kidney Bohnen. Ich hätte dieses Rezept nicht geschrieben, wenn ich mich an dieser Stelle nicht noch darüber geärgert hätte, dass ich ums Verrecken keinen frischen Mais bekomme. Selbst beim Vietnam Supermarkt, ist der Mais aus der Truhe schon vorgekocht. Wenn das so weiter geht, züchte ich mir welchen im Blumentopf auf der Fensterbank.


Damit das Chili ein schönes rauchiges Aroma bekommt, kommt nun noch eine Kanne Espresso in den Topf. Das werden um die 0,4 Liter sein. Ich habe das nicht ausgelitert, aber es ist etwas mehr als ein Kaffeepott und der hat 0,3 Liter Fassngsvermögen.


Schnell noch zwei Esslöffel Honig in den Topf löffeln, damit das Ganze einen leckeren BBQ Geschmack bekommt. Wenn das nicht reicht, kann man das auch problemlos vor dem Servieren noch intensivieren. Deckel auf den Topf legen und auf kleinster Flamme zwei Stunden vor sich hin simmern lassen. Ich ziehe mit dem Topf auf eine kleinere Herdplatte um, wenn es mir zu stark brodelt. Je weniger Brodeln, desto zarter wird das Fleisch.


Nun kommen wir zu einer meiner kulinarischen Schwachstellen, ich bin nämlich zu doof selbst Burritofladen zu backen. Ich habe echt schon verschiedene Teigrezepte probiert, aber ich bekomme es nicht hin. Nicht in der Pfanne und nicht im Ofen und nicht mit viel Mehl, oder wenig Mehl, nicht mit Weizenmehl und nicht mit Maismehl und sowieso überhaupt nicht, wenn ich das miteinander mische. Das ärgert mich echt die Krätze, aber ich habe keine Ahnung, wie ich das lösen soll, bis mir mal jemand zeigt wie es geht. Falls hier Mexikaner mitlesen, bitte macht mich schlau  ;-) Nach zwei Stunden köcheln und regelmäßigem Umrühren ist das Chili schön eingekocht und soll die Konsistenz von Tapetenkleister haben. Frau Glatzkoch sagt, ab dem zweiten Tag, nach dem Aufwärmen ist es noch besser. 


Jetzt kommt der gesellige Teil der Veranstaltung, das Essen. Jeder kann sich sein Chili so zubereiten, wie er oder sie lustig ist. Auf dem Tisch gibt es saure Sahne, Burritos, Eisbergsalat, dünn geschnittene Tomatenscheiben, Peperoni, geriebenen Käse und Nachos. 


Die Kinderterroristen bekommen ihren eigenen Tisch, damit die Eltern mehr vom Essen haben.


Rrrrrrrrrrrrruft mich an! wer kann Burritos herstellen?


Saure Sahne auf den Plastik Teigfladen streichen, Käse drauf geben.


Das Chili ist wirklich ausgewählt lecker mit den richtigen Fleischstücken und nach zwei Stunden kochen, zerfällt da auch so im Munde. Noch ein wenig Peperoni drauf geben.


Darauf noch Eisbergsalat und Tomate legen. Salz und Pfeffer aus der Mühle.


Schon fertig!


Wer Kinder hat, weiß wie wichtig und entspannend das ist, sein Essen auch mal einfach auf dem Tisch stehen lassen zu können und am Kinderterroristentisch für Ordnung zu sorgen, oder schnell mit Küchenrolle bewaffnet, den fünften umgekippten Wasserbecher vom Holzboden zu trocknen. 


Das ist Luxus für Eltern sich dann einfach mal zu viert an einen Tisch setzen zu können und die Kinder in sicherer Entfernung zu wissen.


Das Chili schmeckt auch mit Nachos extrem lecker. Ich nehme übrigens auch gerne noch Rezepte an, wie man Nachos selbst machen kann. Ich fühle mich an solchen Abenden immer ganz schäbig mit dem ganzen Dosengemüse und den gekauften Burritos und Nachos. Schmeckt natürlich trotzdem, aber ich hätte es so gerne alles selbst gemacht.


Wer damit kein Problem hat, bekommt hier ein leckeres Familienessen, das auch jede Party befeuern kann, leicht zu kochen, gut vorzubereiten, immer beliebt ist, wenn keine Veggies am Tisch sind. Einfach nur wohlfühlen eben.


Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Kommentare:

  1. Chilli ist immer eine gute Idee, wenn es um gemeinschaftliches Essen geht, da hier dasselbe wie für Gulasch und Erbsensuppe gilt: je größer die Menge, desto besser der Geschmack. (Ich habe übrigens nichts gegen Kinder, die mit uns am selben Tisch das selbe Essen essen aber bei mir sind es ja auch weniger, genauer gesagt nur eins und das ist eine wahre Feinschmeckerin, die sich nicht mit einem Pinocchioteller abspeisen lässt, sondern wie der Papa STEAK will.) Tortillas habe ich auch schon selbst gemacht, Nachos sind noch auf der "to do" Liste.

    Aber nur mal so, Herr Glatzblog, wie viele Rinder haben wir beide allein wohl schon in unserem Leben aufgegessen?

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    1. ach ja, keine ahnung, wie viele rinder das waren. auf jeden fall deutlich weniger, als ich hätte essen können. du hattest schon immer mehr pflaschenpfand als ich ;-)

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  2. hallo lars, meine töchter essen rind gerne roh. wenn ich irgendwas zuschneide, lungern die schon immer in der nähe rum und wollen nur salz, pfeffer und ein wenig limette haben. pinocchioteller haben wir hier auch nicht, aber wenn es dann zu viele kinder werden, reicht der tisch nicht mehr und dann ist so ein kinderterroristentisch ganz praktisch. mit dem nächsten kind, kommt als größte veränderung dann auch ein größerer esstisch, den man mindestens bis 2 meter 60 ausziehen kann.

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  3. Chili find ich geil.... Es darf nur nicht zu scharf sein :-)
    Lieben Gruss
    Alexandra

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    1. was bist du denn für ne bulgarin? klar muss chili scharf sein. hast du keine peperoni im garten?

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  4. Ne, wir haben hier noch gar nichts angepflanzt. Wäre schade, denn nächstes Frühjahr kommt der Bagger :-)
    Lieben Gruss

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