Freitag, 6. März 2015

Pommes de Bordell - Kartoffelpuffer

Ich habe das bestimmt schon erwähnt, dass meine weibliche Verwandtschaft mütterlicherseits samt und sonders so schlecht gekocht hat, dass ich mit acht Jahren aus reinem Selbsterhaltungstrieb selbst angefangen habe zu kochen. Trotzdem gibt es Kindheitserinnerungen an Gerichte, die einem damals gut geschmeckt haben. Kartoffelpuffer sind so ein Beispiel. Mit dem Wissen von heute weiß ich, dass die Kartoffelpuffer auch nicht besser waren als der Rest, den Oma, Tante Anna, oder zum Großteil auch meine Mutter in der Küche verbrochen haben, denn die wurden immer zu kalt und mit zu wenig Fett gebraten.


Zutaten:

1 Kilo Kartoffeln

2 Esslöffel Mehl
3 Eier
1 Zwiebel
1 Teelöffel Salz
Pfeffer aus der Mühle

Richtig gute Kartoffelpuffer werden relativ kurz gebraten, maximal 3 Minuten pro Seite, müssen auf einem Ölfilm schwimmen und nach dem Abtropfen schnell auf den Teller, dann sind sie ein Gedicht. Ich habe das auch nie gescheit hinbekommen, Kartoffelpuffer zu braten. Immer viel zu lange in der Pfanne, oder auf dem Backblech gehabt und die waren immer tierisch fett, aber null kross. Zum Kochen gehört Mut und Vorstellungskraft, oder beim Glatzkoch lesen. Später kommen noch ein paar Links zu anderen Rezepten. Die Wörter sind farbig unterlegt und wenn Ihr die anklickt, kommt Ihr auf das jeweilige Rezept.

Die nächste Fußangel sind die Zutaten. Es hat sich eingebürgert, dass viele Leute ihren Kartoffelpufferteig nicht selbst machen, sondern im Supermarkt im Regal kaufen. Auch das habe ich früher schon mal gemacht, aber da passen mir die Zutaten nicht und mir fehlt die individuelle Note, wenn es bei mir schmeckt, wie beim Nachbarn. Deswegen habe ich mir überlegt, was man machen muss, damit die Leute mit der "keine Zeit" Ausrede, ihr Argument nicht mehr ausspielen können. Ich bin zu faul, wird kaum einer sagen und ich bin zu dumm gibt keiner freiwillig zu. Das merken eher die anderen, als die betreffende Person selbst. Willkommen beim Kochen für doofe. Genau für Euch, habe ich mich erfunden.


Mein Teig geht jedenfalls schneller, als Ihr beim Einkaufen durch den Laden und wieder durch die Kasse braucht. Ich habe eine ganz normale Standreibe aus Edelstahl. Damit reibe ich ein Kilo Kartoffeln in fünf Minuten.


Ich will es ja schnell für alle machen, deswegen reibe ich die Kartoffeln so wie sie sind, inkl. Schale in kleine Streifen, so als wenn man Rösti machen wollte. Da hat man hinterher richtig was im Mund.


3 Eier dazu geben



2 Esslöffel Mehl, Pfeffer aus der Mühle, 1 Teelöffel Salz


1 zerkleinerte Zwiebel


Jetzt wird es ernst. Pflanzenfett in der Pfanne erhitzen. Das muss so hoch in der Pfanne stehen, dass die Puffer darauf schwimmen können. Man achte auf den Unterschied zwischen darauf und darin. Den Pfannenwender aus Holz nehmen wir als Thermometer. Wenn an dem Blasen aufsteigen, dann ist die Temperatur gut.


Ich habe die Temperatur dann zwischen 1/2 und 3/4 Gas gelassen.


Mit zwei Esslöffeln den Pufferteig aus der Schüssel holen, in die Pfanne geben und ein wenig andrücken, damit es flacher wird. Nach maximal drei Minuten wenden und dann erneut drei Minuten von der anderen Seite braten. Die einzigen beiden Fehler, die Ihr beim Puffer Braten machen könnt, sind zu wenig Fett und zu wenig Hitze und da scheinen die meisten Leute einfach zu wenig Mut zu haben. Wie ich darauf gekommen bin? Selbst immer schlechte Puffer gebraten und als Gegenentwurf auf Volksfesten die Puffer probiert, die da in Fettpfannen brodelnd vor sich hin gebacken werden.


So sollten die Kartoffelpuffer hinterher aussehen. Knusprig braun und so dick dass in der Mitte auch noch Platz für eine zarte Kartoffelmasse ist. Das ganze lebt dann noch von der Begleitmusik und da sind Kartoffelpuffer echt ein Chamäleon, weil sie zum allem passen, egal ob man eine süße, oder pikante Begleitung dazu wählt. Eigentlich hätte jede einzelne Begleitung einen eigenen Kartoffelpuffer Beitrag verdient, aber ich mache das jetzt hier einmal ordentlich und dann habt Ihr alles an einer Stelle versammelt.


Die klassische Begleitung aus Kindertagen zu Kartoffelpuffern ist Apfelmus. Ich habe in diesem Fall meine selbst gemachte Apfelmarmelade genommen. Das ist die wandlungsfähigste Marmelade die ich kenne, so wie der Kartoffelpuffer. Die könnte auch Coke zero, oder Manuel Neuer sein, oder natürlich auch Deine Freundin.



Diese Kombination wird höchstwahrscheinlich die meisten Anhänger haben. Kann sich mal eben jemand aus der Nähe anschauen, wie kross die Kartoffelpuffer aussehen?


Davon wir aber noch niemand satt, deswegen gleich noch ein paar davon ausbacken.


Jetzt eine definitiv pikante Version, mit meinem Bananen Ketchup


Das ist auch ein toller Kontrast und überhaupt werdet Ihr die Puffer so lieben, wie sie aus der Pfanne kommen, mit der knusprigen Schale und dem weichen Kern.


Hier kommt schon ein richtiger Rummelplatzklassiker, mit selbst gemachtem Kräuterquark.


Sowas finde ich auch sehr lecker.


Den Vogel hat mal wieder Prinzessin "ich kenne gar keine Puffer und deswegen mag ich sie auch nicht und Quark mag ich auch nicht und dein Ketchup sowieso nicht" Emma. Ich habe dann nach diversen Versionen, die alle nicht gefielen, gefragt wie es denn sein sollte und danach hatte ich dann Puffer mit Bacon in der Pfanne.


Das wäre das letzte gewesen, was ich kochen wollte, aber mit acht Streifen Bacon fanden die Puffer dann auch endlich Prinzessin Emmas Gnade.


Natürlich nur mit gekauftem Ketchup, weil die das viel besser wissen, als der Vater, wie richtiges Ketchup geht. Ich warte echt auf den Tag, an dem ich solche Ausführungen mit "fick Dich" beantworten darf. Muss ich bis zum Eintritt in die gymnasiale Oberstufe warten, oder gar bis zur Volljährigkeit?


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. Und jetzt brauche ich nur noch eine logische Begründung, warum ich Röstis liebe, aber Kartoffelpuffer schon immer verabscheut habe ...

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  2. die magst du auch, weil ich denen das beste der röstis, mit der einfachen herstellung von puffern mit auf den weg gegeben habe. mache die nach, dann bist du diesbezüglich geheilt.

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