Freitag, 27. März 2015

Express Brühe 2.0 aus Gemüse

Stell Dir vor Du brauchst Gemüsebrühe und keiner geht hin. Nee, das geht anders. Jedenfalls hatte ich keine Gemüsebrühe und brauchte sie "schnell" für ein Gericht. Diese Gemüsebrühe macht sich in 30 Minuten Kochzeit nebenbei und die fallen nicht weiter auf, wenn man sowieso gerade am Vorbereiten ist.



Zutaten:

Wacholderbeeren
Lorbeerblätter
Pfefferkörner
Salz
Pfeffer
getrocknete Tomaten
2 Möhren
2 Zwiebeln
alles was an Gemüse weg muss
Gemüseabschnitte, die sonst weggeworfen werden
2 Liter Wasser


Eine Brühe wird immer mit kaltem Wasser aufgesetzt. Ich habe nur einen kleinen Ansatz gemacht, weil ich nicht stundenlang kochen wollte, und trotzdem eine authentische, leckere Gemüsebrühe, zum Gemüse Dünsten haben wollte. Wer sich die Mühe nicht machen will, greift zum Brühwürfel, oder zum Fertigfonds. Meine Maxime lautet, entweder ich mache es richtig, oder ich lasse es bleiben. Wenn ich nicht bereit bin, eine Brühe zu machen, die mein Essen adelt, dann schneide ich eben einen Salat, oder mache irgendwas anderes, was ich bereit bin an Zeit zu investieren, aber ich versuche nicht mit weniger Aufwand das Gleiche zu erreichen. Kochen ist keine Zeitreisemaschine, sondern findet in Echtzeit, in der Realität statt. Meine Realität startet mit getrockneten Tomaten, Wacholderbeeren, Lorbeerblättern.


2 Möhren in grobe Stücke schneiden


Zwei Zwiebeln halbieren und mit Schale in die Brühe geben. Das gibt eine bessere Farbe, als wenn man die Schalen entfernen würde.


Ich hatte noch ein paar Lauchzwiebeln, die hinten schon trocken, wie die Wüste Gobi waren. Die können auch so ungefiltert in die Brühe, hinterher sieht die kein Mensch wieder.


Das hier ist stellvertretend für das, was ich als Gemüseabschnitte, die sonst weggeworfen werden würden, bezeichne. Da ich Spinat zubereitet habe, hatte ich jede Menge von den dicken Strunken, die ich aus den Blätter heraus getrennt habe. Die kommen in der Brühe nun auch noch zu Ehren. Das könnt Ihr auch mit allen anderen Gemüseabschnitten und Schalen machen, statt sie direkt in den Abfall zu werfen. Ist das nicht toll, so nachhaltig zu kochen? Da wird nichts weggeworfen und alles wird verarbeitet. Salz und Pfefferkörner nicht vergessen, in Sachen Salz aber noch Platz nach oben lassen. Die getrockneten Tomaten geben auch noch eine Menge Salz ab, deswegen erstmal dezent sein.


Ich hätte davon auch lieber zwanzig Liter gekocht, aber mir fehlte da jetzt die Zeit für so einen riesigen Topf. Den hätte ich nicht in 30 Minuten Kochzeit in so eine leckere Brühe verwandelt. Schnell noch mal abschmecken und ggf nachsalzen. Das Gemüse könnt Ihr pürieren und in Gläser einkochen, nachdem Ihr die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine Schüssel abgekippt habt. Damit kann man z.B. Soßen binden. Man muss auch da nichts wegwerfen.


Ich habe das einfach mal ausprobiert, um zu schauen, was passiert. Wenn man die heiße Brühe direkt ins Glas umfüllt, dann ziehen die Gläser tatsächlich ein Vakuum und knacken auch, wenn man sie nach dem Erkalten wieder öffnet. Das ist zwar nicht der Weg, um die Brühe für die Ewigkeit haltbar zu machen, aber die wird einem so auch nicht nach zwei Tagen sauer und kippt um. Wer so eine Brühe hat, redet nach einer Woche nicht mehr darüber, dann ist sie sowieso verbraucht.


Ich habe mit einem Glas der Brühe meinen frischen Spinat gedünstet.



Mit dem nächsten Glas habe ich eine Käsesahnesoße eingekocht.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. Wer sich jetzt erst mit dem Brühevirus infinziert hat, hier ist mein Brühelexikon von a-z.

Kommentare:

  1. Fonds selbst machen ist quasi der Aufstieg in eine höhere Kochliga. Wer einmal in dieser Klasse gespielt hat, will nicht mehr absteigen. Gemüsefonds sind natürlich von essentieller Bedeutung. Dieses Rezept auch. Ich finde ohnehin, dass - anders als Fleischfonds - Gemüsebrühen nach einer halben Stunde Kochzeit nicht mehr geschmacklich signifikant dazu gewinnen. Ich salze meine Brühen und Fonds beim Kochen auch gar nicht, weil Salz den osmotischen Austausch behindert und so weniger Geschmack aus dem Gargut in die Brühe gelangt. (Habe ich irgendwo bei mir genauer beschrieben)

    Ach ja, ich habe schon Fonds kochend heiß in ebenfalls kochend heiß ausgespülte Twist-off Gläser gefüllt und diese dann mit dem Deckel nach unten erkalten lassen. Die waren nach einem Jahr immer noch genießbar.

    Nun bin ich auf die Rezepte mit Spinat und Käsesahnesauce gespannt. ;p

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  2. wenn man selbst mittendrin ist, fällt es einem gar nicht mehr auf, dass es scheinbar etwas anderes ist, als lieschen müller daheim in der küche veranstaltet. dann ist das routine. muß ja richtig sein, wenn du und ich das so machen, sonst würden wir es ja nicht tun, oder? osmotischer austausch gefällt mir ;-). falls ich mal vom populären auf den wissenschaftlichen ansatz umschwenke, bringe ich den auch mal in meinem blog.

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  3. Hab ich nachgemacht.... Ich kann nur sagen: SUPER !!!
    Lieben Gruss
    Alexandra

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