Mittwoch, 14. Januar 2015

Ravioli von Schweineschwänzen

Na, wie klingt das? Ravioli von Schweineschwänzen? Ich habe keine Ahnung, worin sie mir die seit Jahrzehnten untergeschoben haben, aber die werden wie man sieht, nicht weggeworfen. Bei Ochsenschwanz weiß auch jeder, dass es eine Delikatesse ist. So verhält es sich auch mit Schweineschwänzen und die kosten echt nur ein Ei und ein Butterbrot. Es ist immer das, was man daraus macht!


Zutaten:

Brühe von Schweinschwänzen
ausgelöste Schweineschwänze aus der Brühe
Ravioli selbst gemacht
Salz
Pfeffer
1 Topf Sahne
Schnittlauch
Weißwein
Hartkäse gehobelt
Basilikum frisch

Das ist eigentlich das, was übrig bleibt, wenn man eine Brühe kocht und ein einfaches Stück Fleisch als Geschmacksbringer verwendet hat. Dafür nimmt man bekanntlich kein Filet, sondern die Teile die nicht so populär sind und die man nicht so ohne Probleme mit Messer und Gabel, oder mit dem Löffel essen kann. Deswegen können die trotzdem ganz toll schmecken, wie man in diesem Fall sieht. Der Mehrwert ist in diesem Fall die Zubereitung und die Mühe, die man sich damit macht. Eine andere Variante, dieses Fleisch zu verarbeiten, wären Sülze, oder Pasteten. Ich habe mich aber für Ravioli entschieden. Schweineschwänze sind auch eine 1a Füllung, wenn man weiß, was in Industrieravioli für "Sägespäne" als Füllung herhalten müssen. Da ist das hier eine 1000 % Steigerung.


Wie man Ravioli macht, seht Ihr mit einem Klick auf das farbig unterlegte Wort Ravioli. Darunter verbirgt sich das Rezept. 


Den Teig kann man nach dem Ausrollen mit einem Glas ausstechen. Ich habe spezielle Ausstechformen für Ravioli, aber ich dachte mir, ich möchte auch mal alle animieren, das zu probieren, die das nicht haben, selbst Ravioli herzustellen. Das ging schließlich auch Jahrhunderte vorher, ohne irgendwelches Plastikwerkzeug. Einfach nur das Glas in den ausgerollten Teig drücken und ein wenig drehen. Danach könnt Ihr die Teigscheiben ganz einfach vom Brett abheben und sie erst einmal zu Seite legen. 


Hier ein Blick auf das ausgelöste Fleisch. Das ist nach Stunden in der Brühe total zart und schmeckt richtig voll, nach den diversen Gemüsen und Gewürzen, die bei der Gelegenheit mitgekocht wurden.


Die Teigscheiben werden mit dem Teelöffel oder per Hand mit dem Fleisch befüllt und dann mit den Fingern am Rand zusammen gedrückt, damit die Füllung im Wasser nicht herausfallen kann. Damit die Versiegelung durchgehend durch den Teig geht, habe ich mit einem Löffelstiel von außen gedrückt. Das Muster kann man auf dem Bild auch gut erkennen. Ich habe das vorher auch nie so gemacht, aber ich wollte Euch zeigen, dass man es mit dem machen kann, was in jeder Küche vorhanden ist und dass man keine Hilfsmittel kaufen muss. 


Die Ravioli habe ich danach in kochendem Salzwasser gebrüht. Wenn sie ins Wasser kommen, geht sie unter und steigen von alleine an die Wasseroberfläche, wenn sie gar sind. 


Hier lagere ich die Ravioli nach dem Brühen gerade zwischen und mache noch ein Foto für Euch, damit Ihr jeden Schritt einzeln sehen könnt. 


Hier sind es dann noch ein paar mehr als vorher. 


Ravioli leben auch von der leckeren Soße. In diesem Fall habe ich von der Schweineschwanzbrühe genommen, einen Schuss Weißwein dazu, Schnittlauch und einen Topf Sahne. Das ganze Aufkochen, bis es sämig wird. Nach Bedarf mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Wem es nicht schnell genug geht , kann noch ein wenig mit Speisestärke, oder Schmelzkäse andicken, aber das ist nur meine Konzession an die Leute ohne Zeit. Ich habe das hier nicht gemacht. Bei Nudelgerichten aller Art, ist immer nur wichtig, dass die Soße auf die Nudeln wartet und nicht umgekehrt. 


Wenn die Soße fertig ist, Olivenöl in einer Pfanne geben und die Ravioli aufbraten. 


Nachdem die Ravioli schon ein wenig Farbe bekommen haben, die Pfanne mit einem Teil der Soße aufgießen und eine gute Minute mit den Ravioli einkochen lassen. 



So geht der Geschmack der Soße in die Ravioli über und die werden insgesamt noch ein wenig geschmeidiger. Vergesst alles, was Ihr an Dosen, oder Kühlregalravioli bisher auf dem Teller hattet, das hier wird auch total aus den Schuhen hauen und danach wollt Ihr das andere Zeug nie wieder essen. 


Zeit zum Servieren


Ravioli auf den Teller legen und dann von der leckeren Soße darüber geben. Ich habe dann noch gehobelten Hartkäse und ein Basilikumblatt darauf gelegt. 


Das ist auf der einen Seite Hausmannsküche und auf der anderen sehr feine Küche. Es liegt an Euch, ob Ihr Euch daran satt essen möchtet, oder ob das nur ein Gang unterer mehreren ist. Beides ist richtig.


Mein Tisch ist jedenfalls komplett ausgeflippt vor Freude und wenn das von der Ehefrau, über die Schwiegermutter, bis zu den mäkeligen Kindern so ist, dann kann das nicht verkehrt gewesen sein. 


Deswegen ist das von mir auch eine absolute Empfehlung, endlich mal über den eigenen Schatten zu springen, selbst Nudelteig zu machen, selbst eine Brühe einzukochen und selbst Ravioli herzustellen. Ihr könnt ja mal eben im Geiste mitzählen, wie viele Premieren das in einem Abwasch wären.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen