Sonntag, 18. Januar 2015

Duett vom Spitzkohlsalat mit Orangenfilets

Bei Vitaminen denkt jeder erst einmal an Zitrusfrüchte, aber es gibt auch jeden Menge Gemüsesorten, die reichlich davon enthalten. Kohl ist ein Beispiel dafür und der ist extrem wandelbar. Gekocht wird der leicht muffig, aber wenn man ihn roh verarbeitet, ist er extrem frisch. Deswegen bietet es sich förmlich an, sich eine Vitaminbombe aus Kohl und Zitrusfrüchten zu bauen. Das kann man immer gut brauchen, wenn etwas gesund und lecker ist. Hier sogar im Duett.



Zutaten:

Spitzkohl
6 Orangen
1 Zwiebel
Essig
Pflanzenöl
(1 Topf saure Sahne, und/oder eben nicht)
Eisbergsalat, für die zweite Variante
Salz
Pfeffer
Zucker
Schnittlauch



Ich habe zwei Varianten gemacht, weil ich den Salat gerne pur mit Essig und Öl mag und meiner Frau immer erst das Herz aufgeht, wenn sie ein sahniges Dressing hat. Das bedeutet für Euch, dass Ihr jetzt die freie Auswahl für entweder oder, oder sowohl als auch habt. Lecker und gesund sind beide Versionen. 



Den Spitzkohl mit dem Messer vom Kohlkopf abschneiden und dann klein hacken. Wer es lieber mit dem Gemüsehobel machen möchte, kann das auch tun. Das ist mir zu fein, weil ich gerne etwas im Mund habe,aber das fällt unter künstlerische Freiheit. 


Habt Ihr schon mal Orangenfilets gemacht? Hatte ich auch noch nie, bis ich es dann zum ersten Mal getan habe, also keine Panik. Das ist so einfach, dass es auch Frauen mit einem Abschluss in Geisteswissenschaften und mit Doppelnamen können. Willkommen beim Glatzkoch, dem Hort der politischen Inkorrektheit.


Wo waren wir? Ach ja, Orangenfilets. Jeder der schon mal eine Orange geschält hat, weiß ungefähr wo die Schale aufhört und wo das Fruchfleisch anfängt. Dieses Wissen nutzen wir jetzt mit einem scharfen Messer und schneiden erst oben und unten den Deckel, bzw den Boden ab. Danach rundherum die Schale, bis die Orange so aussieht wie auf dem Foto. Da sollte halt nicht mehr diese weiße Haut sein, die so ein bisschen gummiartig und seifig schmeckend um die Orange liegt. Keine Sorge, wir verschwenden nichts, denn das was an Fruchtfleisch, an den abgeschnittenen Schalen verbleibt, pressen wir zwischen Daumen und Zeigefinger über der Salatschüssel aus und haben somit gleich schon eine Anzahlung auf das Salatdressing.


Mit dem scharfen Messer trennt man dann ganz einfach die Orangenfilets aus der Karkasse. Das ist pro Filet mit zwei Schnitten der Haut entlang gemacht. Das geht mit jedem Mal einfacher. Darüber denke ich jetzt nicht mehr nach, beim ersten Mal habe ich auch noch gedacht, ich hätte einen Nobelpreis für kochen verdient. Oberste Regel, entspannt bleiben.


Die Karkasse drücke ich, wie die Schalen auch, über der Salatschüssel aus.


Das ist ein gutes Gerüst, für ein tolles Dressing


Spitzkohl in die Schüssel geben. Man kann auch normalen Weißkohl nehmen, wenn man keinen Spitzkohl hat. Spitzkohl ist noch ein wenig feiner, als einfacher Weißkohl. Ich wechsel das bei den Rezepten immer wieder mal, damit es nicht so aussieht, als wenn ich immer nur das gleiche Lied spielen würde. 


Eine Zwiebel häuten und zerkleinern. Hier habe ich zur Feier des Tages mal eine violette Zwiebel. Das sieht im Salat als Farbtupfer schön aus, ist aber auch total egal, ob Ihr so eine Angeberzwiebel nehmt, oder eine ganz ordinäre.


Zwiebel auch zum Salat geben.


Schnittlauch dazu geben. Leider habe ich keinen Garten und sowieso kein Glück mit Pflanzen, deswegen hier meine Achillesferse bei diesem Rezept, die Kräuter in der getrockneten Version. Wer frisch hat, nimmt bitte frisch.


Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack verwenden. Vom Charakter finde ich den Salat optimal, wenn man mit ein wenig Zucker die Orangen unterstreicht, mit ordentlich Salz erklärt, dass es kein Nachtisch ist und mit Pfeffer aus der Mühle, noch ein paar scharfe Akzente setzt.


Pflanzenöl und Branntweinessig zum Marinieren dazu geben und gut umrühren. Den Salat könnt Ihr so frisch wie er jetzt ist servieren. So mag ich den besonders gerne. Da die Zutaten aber auch alle marinieren vertragen, kann man ihn auch schon vorbereiten und ein paar Stunden hinstellen, wenn Gäste kommen. Da liegt jeder richtig, egal wie er/sie es macht. 


Das ist jetzt meiner bevorzugte Variante, nur mit Essig und Öl. Die geht gut zu Fleisch, zu vegetarischen Gerichten natürlich auch, zum Grillen und egal wie man das kombiniert, ist es ein sehr frischer Akzent, den man immer gut brauchen kann. Das würde ich als gute Beilage verstehen, oder als kleine Zwischenmahlzeit.


Wenn man den Salat als separaten Gang servieren möchte, dann finde ich den dafür ein bisschen zu dünn und würde den noch mit einem Blattsalat und einem anderen Dressing aufhübschen. 


Eisbergsalat in mundgerechte Stücke schneiden.


Den Spitzkohlsalat dazu geben und noch einen Topf saure Sahne einrühren.


Das ist wirklich verrückt, wie man aus einem frischen Salat, mit zwei Handgriffen einen ganz anderen Charakter zaubert. Den würde ich dann aber natürlich nicht mit dem Blattsalat marinieren lassen, sondern den erst direkt vor dem Servieren untermischen. 


Das schmeckt so auch total klasse, aber eben ganz anders. Mit einem frischen Brot kann man damit auch eine Vorspeise bestreiten. Als Beilage gilt für den Salat natürlich alles, was auch für die Version gilt, die nur mit Essig und Öl gemacht wird. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

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