Freitag, 26. Dezember 2014

Sauerkraut selbst gemacht in drei Tagen

Das ist wieder so ein Wunderwerk aus Glaube, Liebe und Hoffnung. Mir ging das gekaufte Zeug beim Sauerkraut schon seit Kindesbeinen ziemlich auf die Ketten und ich wollte das immer mal selbst herstellen. Mich hat nur die Tatsache davon abgehalten, dass es Wochen dauert, wenn man sich einschlägige Rezepte anschaut.

 

Der Weg musste also sein, es in ein paar Tagen zu schaffen und trotzdem leckeres Sauerkraut zu bekommen. Ich habe nicht versucht mich zu belesen, sondern einfach auf Basiswissen aufgebaut, los gemacht und darauf gehofft, dass es klappt.


Zutaten:

Weißkohl
Spitzkohl
Salz
Kümmel
Lorbeerblätter
Wacholderbeeren
Essig


Weißkohl und Spitzkohl mit dem Messer in Stücke schneiden, bzw. hacken. Wer mag, kann natürlich auch einen Hobel benutzen.


Ich habe für das Experiment genommen, was ich gerade im Anbruch hatte, deswegen auch zwei Sorten Kohl. Da ich beide mag, konnte das dem Projekt nur dienen.


Den zerkleinerten Kohl habe ich in einen Kochtopf gelegt


Mit ordentlich Salz, Kümmel, Lorbeerblättern und Wacholderbeeren würzen. Ich habe das Salz richtig in den Kohl einmassiert, bis Flüssigkeit aus dem Kohl austrat. Das hat ungefähr fünf Minuten gedauert. 


Den marinierten Kohl, habe ich dann mit einem Teller beschwert und den Topfdeckel auf den Topf gelegt.


Nach einem Tag habe ich den Kohl probiert und der schmeckte schon sehr lecker. Dann habe ich einen ordentlichen Schuss Essig dazu gegeben und den Kohl durchgemischt. Hinterher wieder mit dem Teller beschweren.



Am zweiten Tag habe ich das Mischen wiederholt. Da mir noch ein wenig Säure fehlt, habe ich einen Schuss Essig dazu gegeben. Das ist aber subjektiv und Ihr könnt Euch von Eurem persönlichen Sauerkrautgeschmack leiten lassen. Viele Menschen mögen ja auch Champagnerkraut. Wenn man weiß, dass das Sauerkraut so funktioniert und man in der passenden Konstellation am Tisch sitzt, kann man das auch gleich in den Prozess einbinden. Ich mache hier aber gerade Grundlagenarbeit und da geht es einfach nur darum, nach drei Tagen, ein geniessbares Sauerkraut auf den Tisch zu zaubern.


Bevor ich das Sauerkraut heute auf den Herd gestellt habe, wurde natürlich probiert. Der Geschmack ist sehr rund, sehr kümmelig, nicht so sauer, dass man wieder Jungfrau wird, wie das bei Kühne, oder Hengstenberg der Fall ist. Die haben meines Erachtens, überhaupt kein Gespür dafür, wie sowas schmecken kann und können einfach nur sauer. Hier dominierte schon vor dem Kochen die Vorfreude, weil das kalt bereits richtig lecker schmeckte.


Nach einer Stunde kochen auf kleiner Flamme, war es echt ein Traum. Feinsäuerlicher Geschmack, angehmer Biss, rundes Aroma. Ich verkünde hiermit feierlich, es gibt keinen Grund mehr gibt, sich Sauerkraut fertig zu kaufen, auch wenn man keine wochenlange Reifezeit gewährleisten kann.


Das Sauerkraut war Begleitung zu einem sehr zarten Tafelspitz, mit selbst gemachten Nudeln und einer Meerrettichsoße. Ich habe das im Winter danach ein paar Wochen auf der Fensterbank gelagert. Das wurde jeden Tag noch ein bisschen reifer und feiner und leckerer. Man kann also auch größere Mengen davon herstellen und immer wieder davon profitieren.


Ich liebe es, wenn ein Plan gelingt! Ich weiß, Ihr sitzt da so oft vor dem Rechner und fragt Euch, warum macht der das und wieso geht er nicht ans Supermarktregal und kauft das Zeug. Ganz einfach, weil es bald überall gleich schmeckt und es total egal ist, wo man hin geht und man nicht mehr merkt, wo man ist. Wenn ein Produkt vorgibt irgendwie besonders zu sein, dann ist da wieder so viel Dreck drin, dass ich das auch wieder nicht mehr haben will. Ich bin meine regionale Marke und mein eigener Weltenbummler und ich bastel mir die Welt, wie sie mir gefällt! Yo!


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

1 Kommentar:

  1. Hallo Jörg,
    Das ist auch ein super Rezept. War leider zu großzügig mit dem Salz zu Beginn. Liess sich auch nicht mehr rauskriegen. Na ja Versuch macht klug und das wird auf jeden Fall noch mal gemacht. Der Tipp mit dem Bratenthermometer war übrigens Gold wert! Ich hatte dazu einen echt genialen Kasseler Braten. Mal schauen was ich noch mit dem Rest Weißkohl mache.
    Viele Grüße
    Carmen

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