Freitag, 7. November 2014

Bandnudeln mit traumhafter Soße

Wer schon selbst Nudeln gemacht hat, weiß dass das keine Hexerei ist. Man muss nur ein einziges Mal den inneren Schweinehund überlisten. Danach macht man es immer wieder gerne und ohne Vorbehalte. Das Rezept funktioniert natürlich auch mit gekauften Nudeln und mit gekörnter Brühe, aber das Resultat ist so weit voneinander entfernt, wie die Erde vom Mars.


Zutaten:

Champignons
Lauchzwiebeln
Brühe, selbst gemacht
Brot zum Würfeln
Speisestärke
1 Limette
Salz
Pfeffer 
Zucker
geriebener Hartkäse

Selber Nudeln zu machen, hat uns die Industrie über die letzten Jahrzehnte abgewöhnt. Das wird so verklärt, dass es so eine schier unerreichbare Aufgabe ist, dass sich kaum jemand traut, das noch in Eigenregie zu machen. Ging mir jahrzehntelang auch nicht anders und mein therapeutischer Blog, dient nicht nur Euch zur Erweiterung des Horizonts, sondern ich lerne dabei auch noch jeden Tag irgendwas. Wenn ich mich nicht irgendwann mal selbst gezwungen hätte, für den Blog Nudeln herzustellen und zu riskieren, dass es grandios schief geht, würde ich Euch nur das gekaufte Zeug zeigen. Kann man machen, wird man aber nur so lange freiwillig tun, bis man den Vergleich mit einer wirklich frischen Nudel im eigenen Mund geschmeckt hat. Danach sieht die Welt ganz anders aus, wenn man ein einziges Mal dieses Glücksgefühl nach dem Essen, am eigenen Leib verspürt hat.


Nudeln sind wirklich nur Nudelmehl, Eier und Salz und es gibt auch welche, die komplett ohne Ei auskommen, aber dafür hatte ich noch nie einen Grund, die so herzustellen. Mache ich aber bestimmt auch noch.


Los, gebt Euch einen Ruck und schaut es Euch wenigstens mal an, wie man selbst Nudeln herstellt


Die Brühe, die als Basis für die Soße dient, habe ich selbst eingekocht. Das ist auch eine Erfahrung für das Leben und danach sieht man Fertigdreck, mit anderen Augen. Was für ein Betrug am Menschen, dass sowas frei verkäuflich ist. Das habe ich aber schon im Grundkurs Kunst in Klasse elf gelernt, dass man nur sieht, was man kennt. Wer noch nie eine frische Brühe probiert hat, dem wird der Plastikscheiss nicht weiter auffallen.


Die Soße ist ziemlich einfach gehalten und trotzdem besonders. Champignons vierteln.


Champignons mit etwas Olivenöl in der Pfanne anbraten und den Saft einer halben Limette darüber auspressen. Ordentlich Peffer und nur wenig Salz nehmen. 


Wenn die Champignons schon Farbe bekommen haben, wird mit Brühe aufgegossen. Die Brühe habe ich selbst eingekocht und das ist ein veritables Geschmackserlebnis, wenn man den Geschmack von vier Stunden Einkochzeit, über den Champignons verteilt. 


Damit die Soße ein wenig dicker wird, nehme ich einen Esslöffel Speisestärke


Die Stärke mit ein wenig warmem Wasser unter ständigem Rühren auflösen. 


Die aufgelöste Stärke kommt  in die Soße.


Noch kurz aufkochen lassen, bis die Soße fast die Konsistenz hat, die wir am Ende haben wollen.


Wir haben jetzt tolle Zutaten und super Komponenten, aber noch keinen richtigen Kontrast in dem Essen. Den schaffen wir uns, durch etwas knuspriges. Ich habe noch einen kleinen Rest vom Kürbisbrot und schneide daraus Würfel. Man kann aber natürlich auch jedes andere Brot nehmen, egal ob gekauft, oder selbst gebacken. Bei dem Essen ein gekauftes zu nehmen, wäre ein Anachronismus.


Das Kürbisbrot in der Pfanne, mit ein wenig Olivenöl rösten.


Für die Frische, schneide ich noch zwei Lauchzwiebeln klein.


Wenn die Kürbisbrotwürfel kross sind, ist es Zeit die Nudeln in der Soße einzukochen.


Die Soße wird aufgekocht und dann die selbst gemachten Bandnudeln in der Soße eingekocht.


Das dauert circa eine Minute bis sich die Nudeln wieder voneinander gelöst haben und noch eine weitere, maximal zwei Minuten, bis sie sich richtig mit der Soße verbunden haben.


Kurz vor dem Servieren, kommen die geschnittenen Lauchzwiebeln in die Pfanne. Dann ist die Herdplatte schon abgestellt.


Ich habe die Bandnudeln mit der Champignonsoße, in tiefen Tellern angerichtet


Die Kürbisbrotwürfel darauf dekorieren


Mit geriebenem Hartkäse bestreuen


Das ist wirklich ein Geschmacksfeiertag. Danach weiß man, wenn man wirklich alles frisch genommen hat, wie toll einfaches Essen sein kann, wenn man akzeptiert, dass gut Ding Weile haben will. Alle die das mit Fertigzeug nachkochen, erwische ich irgendwann auch noch mal.


Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.



Kommentare:

  1. Ich lese Deine ausführlich beschriebenen fantasievollen Rezepte für mein Leben gerne - wen es da nicht in den Fingern juckt, selbst etwas Frisches zu kochen, dem ist nicht mehr zu helfen. LG Gabi

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    1. hallo gabriele, das freut mich sehr, wenn dir meine rezepte gefallen. da steckt eine menge arbeit drin und deswegen ist es immer wieder motivation, wenn man so freundliche rückmeldung bekommt. ich hoffe du hast auch schon etwas nachgekocht und die beschreibung war so gut, dass es auch geklappt hat. viel spaß und ich freue mich, dich hier öfter zu lesen. schönen gruß jörg

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  2. glatzkoch rocks - Nudeln (und auch Fonds) selbst herzustellen ist schon die Königsdisziplin für Hobbyköche.

    Aber nun Pasta mit Ei oder ohne? Mein lieber Kollege und bester Freund (aus Neapel) sagt immer, die Toskana sei der Scheidepunkt. Nördlich davon wird Pasta mit Ei gemacht (da wird auch eher mit Butter als mit Olivenöl gekocht). Südlicher gibt es Nudeln aus Hartweizengrieß ohne Ei. Auch kein Hexenwerk und wesentlich weniger "Sauerei" als Eiernudeln. Rezepot hier:

    http://wesfood.blogspot.de/2014/02/spaghetti-aus-hartweizen-ohne-ei.html

    Grüße,
    Lar5s

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    1. ach lars, ich finde deinen blog ja so toll und wir sind brüder im geiste, aber ich bin dann halt jenseits der toscana, bis ich es mal besser weiß. ich nehme an, die hatten im mezzogiorno keine hühner, oder wegen der hitze probleme mit salmonellen und so haben die einen keine eier in den nudeln und die anderen prassen damit rum. ich bin erstmal froh, dass ich überhaupt nudeln selbst mache. ich habe mit einer maschine auch schon mal nudeln mit hartweizengrieß und wasser gemacht, aber das ist bestimmt bald 15 jahre her und die steht bei mir im keller. meinste ich soll noch mal? mache ich! nur wegen dir! ich nenne das brühe und nicht fond und das ist mädchenkram, braucht nur zeit und sonst nix. gruß jörg

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  3. Das sieht so lecker aus!
    Das probiere ich auf alle Fälle auch aus.
    Viele Grüße
    Majo

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    1. hallo majo, das ist total einfache hausmannskost. das ist leider in unseren hektischen zeiten, zu einer besonderheit verkommen. das schöne ist, dafür muss man sich nicht anstrengen, man braucht nur die zeit, die es dauert. du schaffst es, chakka. gruß jörg

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  4. Total geil. Ich hab es nachgekocht. Allerdings mit gekauften Nudeln :-)
    Lieben Gruss
    Alexandra

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