Freitag, 5. September 2014

Bananen Konfitüre für den Export in die EU


Schon mal Bananenmarmelade gegessen? Oh sorry, es muss Konfitüre heißen, weil man das nur Marmelade nennen darf, wenn es aus Zitrusfrüchten gemacht wird. Das verdanken wir bestimmt den Engländern mit ihrer ollen Orangenmarmelade, mit den bitteren Schalen. Da England so ein bedeutendes Ernteland für Orangen und solches Gedöns ist, mussten die es natürlich auf bestimmte Früchte beschränken lassen, dass man es nur unter bestimmten Bedingungen Marmelade nennen darf. Ich habe jetzt aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, dass man es zum Eigengebrauch und wenn es nicht für den Export ist, auch weiterhin Marmelade nennen darf, aber das feier ich jetzt erstmal ab. Meine Frau sieht auch NOCH besser aus, wenn sie Konfitüre sagt und nicht Marmelaaaaade. 


Meine Frau ist sowieso schuld an der Bananenmarmelade, äh Konfitüre. Ich habe letztes Jahr vom Gemüsehändler meines Vertrauens mal 8 Kilo Bananen mit Frostschaden bekommen, die er nicht mehr verkaufen konnte und da stand ich dann mit meinem Talent und konnte mir überlegen, wo ich damit bleibe. Die Schale war total braun, aber innen waren die Bananen o.k. Soviel Bananenkuchen konnte ich gar nicht backen. Ich koche häufig auf Zuruf und aus Erinnerungsprotokollen. Meine Frau erzählte mir dann, dass sie mit Ihren Eltern mal irgendwo auf den Kanaren war und dort im Hotel gab es immer Bananenmarmel... äh Konfitüre, die total gut geschmeckt hat. Wie der Arzt fragt, wo tut es denn weh, frage ich dann nach Eckdaten, was die Geschmackseigenschaften waren, eher süß, oder wo die Säure versteckt ist und an welcher Stelle die dann beim Schmecken kommt. Danach weiß ich dann eigentlich alles, was ich wissen muss und fange an zu basteln. 


Die Bananenmarmelade war jedenfalls so ein durchschlagender Erfolg, dass ich die Marmelade, äh Konfitüre nun schon zum dritten Mal einkochen musste. Ich warte dann immer auf den Tag X bis irgendein Supermarkt ein "Bananenproblem" hat. Zuviel Ware und Samstag ist so ein Zauberwort. Letzten Samstag war es dann wieder so weit. Kaufland hatte das Kilo Bananen für 49 Cent pro Kilo. Da musste ich sofort zuschlagen. 

Zutaten:

5 Kilo Bananen
1 Flasche Limetten oder Zitronensaft 0,75 Liter
5 Pakete Gelierzucker 1 zu 2

Ich hätte davon auch hundert Kilo kaufen können, aber ich muss immer ein bisschen auf unsere räumlichen Verhältnisse kalkulieren und vor allem ist diese Marmelade, verdammt noch mal Konfitüre, besonders und zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht unbegrenzt verfügbar ist. Alles was Gewohnheit ist, verliert seinen besonderen Charme.


Fünf Kilo Bananen aus der Schale holen.


Danach die Bananen in mundgerechte Stücke schneiden.


Da Bananen die dumme Gewohnheit haben, an der Luft schnell zu oxidieren, also braun zu werden, schnell noch die Flasche Zitronen-, bzw. Limettensaft in den Topf geben und umrühren.


So sehen fünf Kilo Bananen in einem 20 Liter Topf aus.


Dazu kommen jetzt noch 2,5 Kilo Gelierzucker zwei zu eins


Das kann man so auch noch eine Stunde ziehen lassen.


Hier sind die in Gelierzucker und Zitronensaft eingelegten Bananenstücke


Der Herd wird auf mittlere Hitze eingestellt und wir müssen regelmäßig umrühren, damit nichts am Topfboden anbrennen kann. 


Während die Marmelade, verdammt, irgendwann drehe ich noch durch, Konfitüre natürlich auf dem Herd vor sich hin köchelt, fangen wir schon mal an, die Marmeladengläser zu sterilisieren. Das macht man mit kochendem Wasser in einem zweiten großen Topf auf dem Herd. Steril ist ein gutes Stichwort. Man muss auch bei der Konfitüre steril arbeiten. Also nicht mit einem Löffel in den Topf gehen und probieren und dann wieder mit dem Löffel in den Topf gehen. Man muss zum Probieren immer einen großen Löffel nehmen und dann auf einen kleineren umfüllen und dann von dem Löffel, der mit dem Topfinhalt nie in Berührung kommt den Geschmackstest machen. Wenn da Speichel in die Konfitüre kommt, kann man sie auch gleich im Ausguss entsorgen. 


Wenn die Bananen Konfitüre auf dem Herd sprudelnd kocht, dann soll sie das fünf Minuten lang unter ständigem Rühren tun, denn dann fängt sie an zu gelieren. Ob das reicht, damit die Konfitüre hinterher auch im Glas fest wird, testet man mit einem Löffel. Das gibt man die Konfitüre drauf und legt den Löffel fünf Minuten hin. Wenn dann die Marmelade am Löffel hart geworden ist, dann reicht der Geliergrad und man kann damit beginnen, die Gläser zu befüllen. 


Zum Abfüllen in die Gläser, stelle ich die sterilisierten Gläser in einen kleinen Topf, damit man mit eventuell verschütterter Marmelade nicht so eine Sauerei veranstalten kann. Das Zeug klebt echt wie die Hölle, also den Radius der Verschmutzung möglichst klein halten. 


Zum Abfüllen benutze ich einen Schöpflöffel, der ist für den Zweck eigentlich zu groß ist und bei den Mengen Marmelade, äh Konfitüre, die ich einkoche, könnte ich mir eigentlich mal einen kleineren kaufen. Geht aber auch so irgendwie und ich bin schließlich kein Industriebetrieb.


Wenn das Glas gefüllt ist, den Deckel aufschrauben und mit einem Lappen aus dem Topf nehmen, Dann noch einmal beherzt den Deckel zudrehen.


Zum Auskühlen werden die Gläser auf den Kopf gestellt, damit ein Vakuum entsteht und sich richtig verschliessen. Nur so hält sich die Konfitüre (Mann, was bin ich konzentriert), über einen längeren Zeitraum. 


Ich habe vor allem Gläser mittlerer Größe genommen und aus fünf Kilo Bananen sind achtzehn Gläser Bananen Konfitüre geworden. 


Ich mache sowas ja eigentlich immer nachts, wenn ein wenig Ruhe eingekehrt ist. Heute morgen war bei uns jedenfalls schon richtig Party, nachdem die Damen gerade gestern ihr letztes Glas Bananenmarmelade, äh Konfitüre, aus der letzten Produktion, geöffnet hatten und die jüngste der anonymen Bananen Konfitüresüchtigen, die neue Ladung gesichtet hatte.


Hier kommt nun der erste Härtetest für die Konfitüre


Schmeckt super auf Brötchen
 

Man erkennt die Banane geschmacklich extrem gut und die Säure der Zitrone / Limette bildet dazu einen tollen Kontrast.


Aufschreiben, ganz oben auf die Agenda der Dinge setzen, die Ihr unbedingt noch erledigen solltet. Bananenkonfitüre! So geil, dass sie eigentlich Bananenmarmelade heissen sollte.


Funktioniert auch mit Nuss Nougat Creme und hat dann nur 2434905353 Dickmacher.


Egal, machen wir ja nicht jeden Tag, oder?


Viel Spaß beim Nachkochen Eurer neuen Lieblingskonfidingens und einen guten Appetit


Kommentare:

  1. Verflucht, da wollte ich grad besserwisserisch rumpöbeln, dass der Unterschied zwischen Marmelade und Konfitüre im Fruchtgehalt liegt, so wie ich es anno dazumal in der Lehre gelernt hatte - doch mittlerweile hat sich das tatsächlich geändert. Diese Hurensöhne. Nenn es weiter Marmelade - meinen Segen hast du ;)

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  2. Dunkelt die Marm..... Äähhh Konfitüre nach??? Oder wieso haben die Gläser unterschiedliche farbschattierungen ???
    Nicht das das Geschmacklich was ändern würde .... Nur so als Frage aus Interesse

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  3. hallo alexandra, ja die marmelade dunkelt nach und das glas ist wegen der größe immer übrig geblieben. danach habe ich bestimmt schon 3 oder 4 mal neue bananenmarmelade gekocht. jetzt ist es bei der günstigen gelegenheit auf einen schlag verbraucht worden.
    schmeckte aber immer noch wie am ersten tag

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  4. Ich denke, die schmeckt auch super lecker, wenn man sie in einen Naturjoghurt rührt.
    Lieben Gruss
    Alexandra

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    1. die schmeckt zu allem. habe ich jetzt gerade für curry ketchup benutzt

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  5. Hallo,

    von welcher Firma nimmst du den Limetten oder Zitronensaft?

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    1. ich gehe oft bei metro einkaufen. dort gibt es den saft von ricoba, aber meistens nehme ich frische limetten. die kosten immer so um 3 euro pro kilo bei metro.

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