Samstag, 7. Juni 2014

Tomaten aus dem Ofen

Tomaten sind höchstwahrscheinlich das am meisten gedisste Gemüse, weil sich jeder dabei gefällt, die Geschichte vom gefärbtem Wasser aus Holland, ohne Geschmack zu erzählen. Die werden dort teilweise in Gewächshäusern auf einer Nährlösung gezüchtet und sehen noch nicht einmal richtigen Mutterboden.  Das sind industrielle Auswüchse, die ich auch total bescheuert finde, aber ich habe keine Idee, wie man so eine Tomate erkennt, außer dass man dem Schild an der Ware vertraut und da irgendein Herkunftsland geschrieben steht, in dem man häufiger einen Sonnenschirm als einen Regenschirm braucht. 


Ich habe kürzlich einen sehr interessanten Artikel über Tomaten gelesen, der besagte dass JEDE Tomate zwei Gramm Zucker enthält. Eine große Tomate genau so, wie eine kleine Cocktailtomate. Deswegen schmecken kleinere Tomaten von vornherein immer aromatischer, als große Tomaten. Es ist wie bei allen Dingen aus denen man Nahrung macht, dass der Geschmack über die Zeit kommt, die man der Pflanze, oder auch einem Tier gibt, heranzuwachsen und zu reifen und unter welchen Bedingungen man das macht. Nachdem man in den letzten fünfzig Jahren, alles getan hat nur Wert auf Größe und Geschwindigkeit zu legen, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, den Pflanzen auch wieder Geschmack anzuzüchten, oder man besinnt sich zurück auf die alten Sorten, die schon immer da waren, die aber weder schnell noch groß können und an denen auch kein Konzern etwas verdient, weil er das Saatgut nicht in seinem Patentschrank hat. 


Zur Ehrenrettung der Industrietomate und um sie für jeden ein wenig genießbarer zu machen, hier und heute mein kleiner Trick, um den Geschmack wieder zum Vorschein zu bringen. Der geht ganz einfach, Wasser raus, Geschmack rein! Nicht falsch verstehen, ich hätte auch lieber andere Tomaten, die wären nach unserer Zubereitung noch besser, aber wir müssen halt das nehmen, was gerade greifbar und bezahlbar ist. Wir schneiden oben den grünen Strunken raus, weil der giftig ist.


Salz, Pfeffer Zucker, Olivenöl, oder Pflanzenöl und wer hat, gerne auch noch ein paar Kräuter hinzu geben. Das ganze bei 200 Grad eine Stunde in den Ofen stellen, oder Variante zwei wählen.


Wer Zeit hat und die Tomaten nicht mit irgendwas Anderem zusammen servieren möchte, was einen anderen Garpunkt hat, nimmt nur 130 Grad und zwei Stunden Zubereitungszeit. Das solltet Ihr Euch generell hinter die Ohren schreiben. Beim Kochen gibt es immer den direkten Weg zum Tor, der bedeutet immer höhere Temperaturen in kürzerer Zeit, oder es gibt mehr Zeit, weniger Temperatur und ein eleganteres Erlebnis. Ihr entscheidet selbst, ob Ihr nur eine Stunde Zeit bis zum Essen investieren könnt, weil es mitten in der Woche ist, oder die Woche rum ist und das Geniesserwochenende eingeläutet wurde.


Egal wie Ihr es anstellt, ist das Resultat meilenweit weg, von dem Geschmack, den die letzten 392482394 Tomaten auf Eurem Teller hatten und Ihr werdet unter Tomaten, in Eurer persönlichen Agenda, in Zukunft auch den Begriff Geschmack, wieder mit diesem vielseitigen Gemüse in Verbindung bringen. 


Es sind die einfachen und ursprünglichen Dinge, die einen manchmal wieder erden. Der simple Geschmack einer Tomate, zählt mit Sicherheit dazu. Damit eröffnet Ihr Euch ungeahnte Horizonte als Beilage zu anderem Gemüse, zu Fisch, zu Fleisch, zu Brot, als Ausgangsbasis für die Weiterverarbeitung, in noch tollere Dingen, zu denen Tomaten als Zutat gehören, wie z.B Nudelsoße. 

Viel Spaß bei der Zubereitung und viel Freude in Eurer neuen Geschmackswelt.

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