Freitag, 26. Mai 2017

Kohlsalat mit saurer Sahne und Orangensaft

Unverhofft kommt oft! Bis zum Anschnitte war ich der Meinung es gibt einen Eisbergsalat, aber der Salat ist richtig lecker und der kann es auch mal ab, wenn man ihn marinieren lässt. Knackiges Weißkraut und fruchtige Orange, mit veritabler Säure von saurer Sahne und Weißweinessig. Das weckt die Lebensgeister und ich hätte mir das nicht besser ausdenken können. 


Zutaten:

1 kleiner Weißkohl
1 Zwiebel
2 Orangen
Petersilie
200 Gramm saure Sahne
1 Schuss Weißweinessig
1 Schuss Pflanzenöl
Salz
Pfeffer
Zucker

Ich kann Euch gar nicht so genau sagen, was das für ein Weißkohl ist, weil ich den mit drei Stück für einen Euro im Resteverkauf im Mix Markt bekommen habe. Von der Dicke ist der Kohl wie ein Spitzkohl, aber von der Form eher wie der Jaromakohl. Da schreiben sie dann irgendwie nicht mehr so genau auf die Tüte was drin ist. Da habe ich ja auch schon mal Zucchini für Gurken gehalten und dieses mal habe ich den Kohl in der Tüte, für einen Eisbergsalat gehalten, bis ich den geschnitten habe. 


Die Reihenfolge ist egal, aber ich fange mit dem Orangensaft an. Ich habe zwei Saftorangen vom Saft befreit. Wenn Ihr eine Zitruspresse habt, könnt Ihr die nehmen, ich habe auf der grünen Woche dieses Jahr so einen Entsafter gekauft, der direkt in die Orange eingeschraubt wird und dann knetet man von außen nur noch das Fruchtfleisch und anschließend kommt der ganze Saft durch den Ausgießer. 


 Drei Stück für zehn Euro. Kein Sonderangebot, aber sehr praktisch. Würde ich mir immer wieder kaufen. 


Schaut mal, wenn man drückt, kommt der Saft raus.


Das ist der erste Teil des Dressings. 


1 Zwiebel zerkleinern


Die zerkleinerten Zwiebeln kommen in die Salatschüssel. 


Den Weißkohl vierteln, oder achteln und in kleine Stücke schneiden, oder hacken


Hier kann man gut erkennen, dass die Struktur der Kohlblätter deutlich luftiger ist, als bei einem normalen kompakten Weißkohle. Den könnte man natürlich auch verwenden, wenn man keinen anderen Kohl hat. 


 Ich mochte sowas früher überhaupt nicht, weil ich sowas von zuhause und aus der norddeutschen Gastro immer nur so kannte, dass solche Salate süßer als der Nachtisch waren. Ich habe mir das erst selbst gefügig gemacht, weil ich der Süße noch mal richtig was auf die Fresse gebe, in Form von Säure und Salz und Pfeffer, dann ist das richtig rund und man kann alles vergessen, was man über solche Salate jemals gedacht hat. 


Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack


200 Gramm saure Sahne, ein Schuss Weißweinessig und ein Schuss Pflanzenöl


Frische Petersilie hacken


Ich stehe überhaupt nicht darauf, Salat großartig zu marinieren und mag es am liebsten knackfrisch, gerade frisch mariniert. Bei dem Salat war ich mir aber sicher, dass meine Frau den auch noch irgendwann später am Abend essen wird, weil sie meistens kurz vor dem Schlafen noch einmal Hunger bekommt. Bei der Gelegenheit, hat sie den Salat dann noch zum zweiten Mal ausdrücklich gelobt.  


Der ist aber auch wirklich toll. Sehr voll im Geschmack, rund durch die saure Sahne und die leichte Süße vom Zucker und dem Orangensaft.


Pikant und lecker durch Salz, Pfeffer und den Weißweinessig. Die Zwiebel und die frische Petersilie unterstreichen das noch. 


Der hat auf jeden Fall Potenzial ein echter Lieblingssalat zu werden. Selbst die Schnekerliese, die aus Prinzip schon nichts mag, hat von dem Salat noch Nachschlag genommen und gesagt, oh der ist aber lecker. 


Verwendungsbereiche sind Fleischgerichte, gemischte Salatplatten, Grillabende, Salatliebhaber, Kinder zum Salatessen zu bringen, Ehefrauen glücklich zu machen. Das ist schon eine ganze Menge und deswegen kann ich Euch den Kohlsalat mit saurer Sahne und Orangensaft sehr ans Herz legen.


Viel Spaß beim Nachschnippeln und einen guten Appetit.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Bandnudeln mit selbst gemachtem Tomatenmark

Heute mache ich mal ein ganz einfaches Essen, weil ich keine große Lust zu kochen habe. Dauert auch nur 10 Stunden! OK Kommando zurück, wenn Ihr das macht, nehmt Ihr höchstwahrscheinlich Tomatenmark aus der Tube und Nudeln aus der Packung. Dann werden es inklusive Wasser kochen vielleicht 20 Minuten sein, aber ich weiß, dass mich wieder alle von Hacke bis Nacke gevögelt hätten, wenn ich das so auf die laue Tour gezeigt hätte. Deswegen meine Version, bei der frische Nudeln auf selbst gekochtes Tomatenmark treffen.



Zutaten:

Nudeln selbst gemacht (anklicken)
Tomatenmark selbst (anklicken)
Basilikum frisch
Petersilie frisch
Hartkäse gehobelt

Außer mir würden natürlich auch nur ganz wunderliche Gestalten 10 Stunden für eine Portion Nudeln, bzw eine Nudelmahlzeit aufwenden, bloß um zu zeigen dass es funktioniert. Natürlich ist das auch nur die halbe Wahrheit, denn ich habe ja nur einen kleinen Teil meines Tomatenmarks verwendet, also entfallen auch nicht die ganzen 8 Stunden, die das Tomatenmark reduziert wurde, auf die paar Teller Nudeln. 


Es ist auch total egal, wie lange das gedauert hat, denn die Wahrheit findet in Euren Geschmacksnerven statt. Macht so ein Gericht lohnend, weil Ihr gleich mehr davon herstellt. Gleich Nudeln für zwei oder drei Tage vorbereiten, vorkochen und im Kühlschrank lagern, oder die Nudeln für irgendwann trocknen (nicht so meine Welt). Das Tomatenmark mit mehr als 2,5 Kilo Tomaten ansetzten und auf viele kleinere Gläser verteilen, die man portionsweise nutzen kann. 


So einen Miracolischrott kann man nur essen, so lange man noch nicht die Packungsbeilage verstanden hat. Alles Konserve mit dummen Geschmacksverstärkern und Industrienudeln schmecken eben wie Industrienudeln, die man eigentlich nicht mehr Essen möchte, wenn man einmal selbst gemachte Nudeln auf dem Teller hatte. 


Ihr habt das einfache Nudelrezept schon gesehen? 


Das ist so wie, spare in der Zeit, dann hast Du in der Not. Sich irgendwann mal die Arbeit machen und dann als Belohnung gnadenlos genießen. 


Wenn man auf Basis 800 Gramm Mehl Nudeln macht, dann hat man ungefähr € 1,50 Materialkosten, für Mehl, Eier, Salz und Mehl. Bei den Tomaten kaufen die wenigsten Leute große Mengen ein, wenn die Tomaten 2,50 oder 3 Euro pro Kilo kosten. 


Das ist eine Aufgabe für Samstag kurz vor Feierabend, oder wenn man die irgendwo für einen Euro kaufen kann. Ich habe da nie einen festen Plan und laufe nicht mit der Idee los, jetzt irgendwas kochen zu wollen, sondern ich gehe einkaufen und das Warenangebot sagt mir, was es zuhause zu essen gibt. Ich weiß vorher nur, dass ich jeden Abend kochen muss und der Preis sagt mir, was es von Montag bis Sonntag zu essen gibt. 


Wenn irgendwas über Stunden eingekocht wurde, dann verträgt das immer einen frischen Kontrast. Deswegen verwende ich dazu frische Kräuter wie Basilikum und Petersilie. Das kickt deutlich mehr, als wenn man die Kräuter mit dem Tomatenmark zusammen einkocht. 


Bandnudeln in der Pfanne mit Butter aufbraten, bis sie an den Rändern leichte Röstaromen bekommen.


Am Anfang ein wenig schärfer aufbraten. 


Wenn die Nudeln leicht Farbe bekommen, ein wenig Platz in der Pfanne machen und das Tomatenmark dazu geben. 


Das Tomatenmark ist ungefähr 5 fach konzentriert, also aus 2,5 Kilo um die 500 Gramm gemacht. Gekauftes Tomatenmark ist 3 fach konzentriert. Das bedeutet, dass Ihr hier fast das Doppelte an Geschmack verarbeitet. 



Jetzt den Herd auf Minimum reduzieren und die Nudeln mit dem Tomatenmark verbinden. 


Auf Nudeltellern servieren und Hartkäse bzw. Petersilie und Basilikum darüber streuen. 


Das ist so pur und so ursprünglich, dass einem die Geschmacknerven fast explodieren, bei dem Geschmack. Das habt Ihr, inklusive meiner Wenigkeit noch nie geschmeckt! Tomatige Tomaten und so richtig frische Nudeln, mit einem so schönen Biss, dass danach nicht mehr viel kommen kann. 


Da stellt sich auch nicht die Frage nach einem Stück Fleisch, sondern das ist Weltklasse, so wie es sich auf dem Teller eingefunden hat. Jetzt bloß nicht mit irgendwelchen anderen Geschmäckern ablenken lassen. Ein Glas trockenen Rotwein, ein Weißbrot und ein prickelndes Wasser, wären das zu die adäquaten Begleiter.


Mit Sicherheit eines der fünf besten Gerichte, die ich jemals gegessen habe, weil auf meinem Teller noch nie so wenig gelogen wurde, wie jetzt gerade. 


Den Kindern ist das unheimlich und sie wollen stattdessen Bandnudeln mit Zimt und Zucker und selbst gemachtem Pflaumenmus.


Bevor sie sich dann begierig auf die pikante Version stürzen und als es irgendwann keinen Nachschlag mehr gibt, sagen "Papa, das sind nur Nudeln und kein Filet!" Eben!


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 



Mittwoch, 24. Mai 2017

Helle Spargelsuppe mit grünem Spargel

Wie in jeder guten Ehe haben wir zuhause auch Arbeitsteilung. Bei uns sieht das so aus, dass meine Frau die Gäste einlädt und ich koche. Spargelsuppe ist sogar bei den Kindern beliebt, die ansonsten keinen Spargel am Stück mögen. Nach knapp zwei Monaten Spargelsaison, muss man natürlich bei der Suppe variieren und für neue Highlights sorgen, damit es nicht langweilig wird. Deswegen habe ich die Suppenbasis mit weißem Spargel gemacht und die Einlage aus grünem Spargel.  



Zutaten:

500 Gramm Spargel weiß
500 Gramm Spargel grün
5-7 kleine bis mittlere Kartoffeln, gerne vom Vortag
1 Limette
Kresse
3 Esslöffel Butter
2 Esslöffel Mehl
Salz
Pfeffer
Zucker
Weißwein (optional)


Nicht täuschen lassen, ich habe nicht nur eine Suppe gekocht und deswegen liegt da ein Kilo auf dem Foto. Ich hätte auch die zwei Kilo dort hinlegen können, die ich am Ende geschält habe. Ihr braucht für die Suppe ein Pfund weißen, oder violetten Spargel. 


Spargel von den holzigen Enden befreien.


Spargel mit dem Sparschäler schälen. 


Die Spargelschalen und die Abschnitte in einem mittleren Topf mit gut 2 Litern Fassungsvermögen geben und mit kaltem Wasser bedecken.


  Eine halbe Stunde mit Deckel auf dem Topf auskochen . 


Wer mag, kann jetzt schon einen Esslöffel Meersalz, ein wenig Zucker und ein wenig Pfeffer aus der Mühle zum Würzen nehmen, dann ist der Geschmack schon mal im Spargelsud, aber Ihr könnt den Geschmack auch erst später in die Suppe bringen. 


Die Kartoffeln habe ich schon einen Tag vorher gekocht. Ich wusste ja, dass Besuch kommt, also habe ich das beim Abendessen des Vortages erledigt. Das sind Pellkartoffeln. Natürlich könnte man auch rohe geschälte verwenden und die dann mit der Spargelsuppe mitkochen. Die bessere Bindung bringen ausgekühlte Pellkartoffeln, wenn man daran ganz fest glaubt. Alter, ich schwör!  


Nach dreißig Minuten, wird der Spargelsud durch ein Sieb in eine Schüssel gekippt. Dann kommen die Feststoffe aus dem Sud und es bleibt die Flüssigkeit zur weiteren Verwendung übrig. 


Der Spargelsud kommt zurück in den Topf und es wird mit Wasser bis gut 2 Liter aufgefüllt. 


Spargel braucht Säure, dafür nehme ich eine Limette. Wer sich nicht sicher ist, nimmt nur eine halbe Limette für die Suppe. Nachsäuern geht auch später noch.


500 Gramm Spargel in kleine Stücke schneiden. 


Spargel mit dem Spargelsud aufkochen


Die gekochten Kartoffeln dazu geben, wenn die Suppe kocht. 


Wer mag, kann auch noch einen Schuss trockenen Weißwein dazu geben. Dieser ist wirklich nur zum Kochen und ich würde den niemals trinken. Dazu wird auch eine Überweisung zum Augenarzt mitgeliefert, weil das ein richtiger Blindmacher ist. 


Wenn die Suppe 20 Minuten gekocht hat, wird püriert.


Hurra, mein ESGE Zauberstab ist wieder da. Jetzt fühle ich mich wieder wie ein ganzer Mensch. Sechs Wochen habe ich mich geziert in der Garantiezeit nach einem Jahr und drei Monaten, 80 Euro für die Reparatur zu bezahlen und dann habe ich mich statt an den deutschen Vertrieb an den Schweizer Hersteller gewandt. Die haben mir dann geholfen und eine Woche später hatte ich das Schmuckstück wieder. Das ist echt ein Unterschied wie Tag und Nacht, ob man da mit Lidl 600 Watt für 29 Euro rumwerkelt, oder mit einem richtigen Profiwerkzeug mit 19000 Umdrehungen pro Minute und richtigen Aufsätzen zum Pürieren, schäumen und aufschlagen. 


Der komplette weiße Spargel und die Kartoffeln werden püriert. Die Suppe ist von der Farbe o.k, aber noch nicht dick genug. Wenn man die so dick einkochen lassen würde, wie man die Konsistenz gerne hätte, wäre nur noch die Hälfte im Topf, also von außen für ein wenig Bindung sorgen. 


Ich nehme insgesamt 50 Gramm Butter, 30 Gramm kommen jetzt in die Suppe.Mit den verbliebenen 20 Gramm, brate ich später den grünen Spargel an. 


Also 30 Gramm Butter (2 Esslöffel) in den Topf und 2 Esslöffel Mehl, dann aufkochen und wieder mit dem Mixer pürieren, dann hat die Suppe die richtige Konsistenz. Salz, Pfeffer und evtl. eine Prise Zucker zum Würzen verwenden. 


Bis zu dieser Stelle könntet Ihr die Spargelsuppe auch schon am Vortag, für den nächsten Tag vorkochen. Das ist mir dieses Mal auch wieder aufgefallen, dass es der Suppe nicht schadet, wenn man sie eine Nacht im Topf übernachten lässt. Am nächsten Tag schmeckt sie noch intensiver. Ich habe sie für die Gäste und die Familie aber an einem Tag durch gekocht und serviert. Das ist jetzt nur der Erfahrungswert, weil ich den Rest am nächsten Abend noch für meine Frau erwärmt habe, die sich zu dem Statement hinreißen ließ, dass die Spargelsuppe am zweiten Tag noch besser schmecken würde.


Jetzt kommt der grüne Spargel als sichtbare Einlage für die Spargelsuppe. 


Der wird in der Pfanne gebraten.


Butter in der Pfanne erhitzen


Grüner Spargel wird im Gegensatz zum weißen Spargel nicht komplett bis zur Spitze geschält. Da werden hinten nur die holzigen Enden abgeschnitten und weil ich es für das kritische Publikum besonders gut haben wollte, habe ich die unteren 5 cm noch schnell mit dem Sparschäler geschält. Muss man aber nicht machen. 


Den grünen Spargel in kleine Stücke schneiden, die hinterher auch gut auf den Esslöffel passen. 


Grünen Spargel schnell mit Salz, Pfeffer, Zucker und dem Saft einer halben Limette in der Pfanne braten.


Ich mag den gerne, wenn er nicht zu weich ist, also noch ein bisschen Biss hat. Das werden so 5 bis 7 Minuten sein. 


Dann geht es ans Servieren. 



Spargelsuppe in tiefe Teller füllen


Den grünen Spargel, als sichtbare Einlage in die Spargelsuppe legen.


Als frischen Kontrast gebe ich noch ein bisschen Kresse dazu. Man kann auch Schnittlauch, oder Petersilie verwenden. Hatte ich aber alles schon in meinen Rezepten, also dieses Mal Kresse, weil ich die sowieso sehr gerne mag.


Die Spargelsuppe ist extrem wohlschmeckend und hebt sich wohltuend von anderen konventionellen Spargelsuppen ab, weil man den Kontrast zwischen der hellen Suppe und dem grünen Spargel als Einlage hat. Der grüne Spargel ist gebraten und bringt deswegen deutlich mehr Geschmack, als gekochter und auch als weißer Spargel ins Spiel. 


Die Verbindung zwischen gut bürgerlich und mediterran funktioniert jedenfalls sehr gut. Ausnahmsweise gab es dazu auch mal einen gut gekühlten französischen Chardonnay mit Biosiegel. Das macht die Sache dann schon sehr rund und man fühlt sich spontan reich.


Wenn Ihr mal Lust auf etwas Abwechslung beim Thema Spargelsuppe habt, dann seid Ihr damit auf jeden Fall gut angezogen. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.